Interkulturelle Wochen

Seit 1995 bieten die Interkulturellen Wochen in Göppingen einen breiten Raum für interkulturelle Zusammenarbeit und Teilhabe am interkulturellen Leben.

In diesem Jahr schauen wir auf zwei Jahrzehnte erfolgreicher Arbeit zurück, feiern das zwanzigjährige Jubiläum in Göppingen. Die Interkulturellen Wochen haben sich hier zu einem vielbeachteten interkulturellem Ereignis entwickelt, zu einer wertvollen Plattform für Begegnung, Dialog und Zusammenarbeit. Sie sind das Zeugnis der Gelebten Vielfalt in unserer Stadt und ein klares Zeichen der Zivilgesellschaft für ein friedliches und respektvolles Miteinander.

Interkulturelle Wochen 2015

Mit zwei Ausstellungen und rund zwei Dutzend Veranstaltungen beleuchten und verstärken die Interkulturellen Wochen in Göppingen die in der Hohenstaufenstadt gelebte Vielfalt.

Mehr als 30 Veranstalter laden vom 23. September bis 1. Oktober zu den Interkulturellen Wochen, die unter dem Leitgedanken „Gelebte Vielfalt“ in ihr 20stes Jahr gehen. Nach der offiziellen Eröffnung am heutigen Mittwochabend um 18 Uhr im Rathaus durch Oberbürgermeister Guido Till und der anschließenden Eröffnung der Wanderausstellung „Streynisch xD_über_identität_über_fremde_s_und_andere_impulse_“ der GEDOK Stuttgart durch die Schriftstellerin Sudabeh Mohafez (s. GEPPO Ausgabe 38) geht es Schlag auf Schlag weiter. Von Donnerstag, 24. September, bis Samstag, 10. Oktober, ist in der Stadtbibliothek, Kornhausplatz 1, die Ausstellung „Gemeinsam sind wir bunt!“ zu sehen. Kinder mit und ohne Fluchterfahrung haben zusammen ein Kunstwerk zum Motto „Gemeinsam sind wir bunt!“ gestaltet. Jedes Kind hat auf seine eigene Weise einen Teil zum Gesamtkunstwerk beigetragen. Veranstalter sind die SOS-Kinder- und Jugendhilfen in Kooperation mit der Stadtbibliothek.

Am Donnerstag, 24. September, um 20 Uhr liest die Autorin Sudabeh Mohafez in der Stadtbibliothek aus ihrem neuen Buch „Kitsune - von japanischen Wundern und Versen einer deutschen Schriftstellerin mit iranischen Wurzeln“ vor. Der Roman erscheint im kommenden Februar. Durch drei Kurzprosa-Romane wird man in ganz und gar verzauberte Welten entführt. Außerdem stellt sie Auszüge aus ihrem ersten Lyrikband vor, der auch 2016 erscheinen wird. Sudabeh Mohafez, 1963 in Teheran als Tochter eines Iraners und einer Deutschen geboren, kam 1979 mit ihrer Familie nach Berlin. Nach einem Studium der Musik, Anglistik und Erziehungswissenschaften, arbeitete sie viele Jahre lang im Bereich der Gewaltprävention und Krisenintervention. Ihr literarisches Debüt 2004 mit dem Erzählband „Wüstenhimmel Sternenland“ rief positives Echo hervor. Nach dem Erscheinen ihres ersten Romans „Gespräch in Meeresnähe“ wurde sie mit dem Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis geehrt. Es folgten weitere literarische Werke, die mit zahlreichen Literaturstipendien und Preisen sowie einer Poetikdozentur an der Hochschule RheinMain ausgezeichnet wurden. Nachdem sie in Teheran, Berlin und Lissabon lebte, fühlt sie sich seit einigen Jahren im Schwäbischen Wald heimisch. Hier entstanden Theaterstücke für die Regisseure Boglarka Raiser und Wilfried Alt und hier arbeitet sie an ihrem neuen Roman und an dem Lyrikprojekt. Veranstalter ist die Integrationsbeauftragte in Kooperation mit der Stadtbibliothek. Der Eintritt beträgt fünf Euro.

Die syrisch-orthodoxe Gemeinde Mor Afrem, der Ökumenische Ausländerbeirat Göppingen und die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) Göppingen laden am Freitag, 25. September, um 19 Uhr in die evangelische Stiftskirche, Stiftsstraße 15 in Faurndau zu einem ökumenischen Friedensgebet ein. Unterschiedliche religiöse Glaubensbekenntnisse, Weltanschauungen und Überzeugungen sind fester Bestandteil kultureller Vielfalt in der Stadt. Beim jährlich stattfindenden Friedensgebet wird dies immer wieder deutlich. In diesem Jahr findet das der Gottesdienst mit Pfarrer Habip Önder in der gemeindeüblichen liturgischen Form und Sprache der syrisch-orthodoxen Gemeinde in Faurndau statt. Nach dem Friedensgebet treffen sich Interessierte zum Dialog und der Begegnung im nahegelegen CVJM Heim. Es wird ein kleiner Imbiss mit fremdländischen Leckereien gereicht. Danach berichten Zeitzeugen authentisch von ihrem Leid und ihrer Flucht aus Syrien.

Im Club Bambule, Ulrichstraße 29, findet am Freitag, 25. September, von 20 bis 1 Uhr ein mehrgenerativer Tanz- und Musikabend statt. Alle sind eingeladen unter dem Motto „Swing, Swing, Swing! Electro Swing Dance“. DJ Alice Mandara aus Rom sorgt für gute Stimmung. Eindrucksvoll mischt Alice Mandara alias Bato Rén bei ihren Auftritten traditionelle musikalische Ausdrucksformen von Balkan Beat und Swing mit elektronischen Einflüssen der neuesten Generation. Veranstalter ist der Christliche Verein Junger Menschen Göppingen (CVJM). Der Eintritt beträgt drei Euro. Im selben Club findet am Samstag, 26. September, um 20 Uhr das Poetry Slam „Wibele&Worte“ statt. Pierre Jarawan, Baden-Württembergs Poetrymeister 2011 und internationaler deutscher Poetry-Meister 2012, moderiert den Abend mit vielen einzigartigen Poetinnen und Poeten in der Tradition orientalischer Erzähler. Seine Beiträge sind stets mit einem roten Faden verknüpft. Veranstalter ist ebenfalls der CVJM Göppingen. Der Eintrittspreis beträgt drei Euro.

Der Dokumentarfilm „bittersüße Reise“ über die neue Herausforderung kultursensible Pflege läuft am Sonntag, 27. September, um 18 Uhr im Alten E-Werk in der Mörikestraße 18. Das Grußwort spricht Erste Bürgermeisterin Gabrielle Zull. Im Anschluss gibt es eine Podiumsdiskussion mit den beiden Regisseuren sowie Jürgen Hamann, Christine Schlenker und Katja Thiele. Veranstalter sind Nilgün Tasman, das Kulturreferat Göppingen und die Integrationsbeauftragte. Der Eintritt beträgt fünf Euro. Nilgün Tasman und Doktor Paul Schwarz gehen in dem 45-minütigen Dokumentarfilm den Fragen nach „Werden ältere pflegebedürftige Einwanderer/Einwanderinnen auch nach ihren Wünschen und Bedürfnissen kultursensibel gepflegt?“ Sie besuchten Betroffene und ihre Angehörigen, interviewten und begleiteten sie in ihrem Alltag. Sensibel fingen sie mit ihrer Kamera das Leben in Seniorenheimen ein, dokumentierten die häusliche sowie ambulante Pflege, sprachen mit dem Pflegepersonal und Heimleitern, die versuchen, dieser neuen Herausforderung gerecht zu werden. Die Dreharbeiten haben zum Teil in Göppingen stattgefunden. Die beiden Regisseure haben am Unterricht einer Altenpflegeschule teilgenommen, die „kultursensible Pflege“ als Unterrichtsfach eingeführt hat. Nilgün Tasmans Eltern kamen mit der sechs Monate alten Nilgün 1968 als ‚Gastarbeiter‘ aus der Türkei nach Göppingen. Sie beendete hier die Realschule, führte nach ihrer Friseurausbildung und dem Meisterabschluss neun Jahre lang ihren eigenen Friseursalon und machte nebenher einen Abschluss in Psychologie. 2008 wurde Tasmans erstes Buch „Ich träume deutsch“ veröffentlicht. Es folgte ihr erstes Theaterstück „Die Kehrwoche am Bosporus“, welches in der ausverkauften Stadthalle dem Publikum präsentiert wurde. Weitere erfolgreiche Theaterstücke folgten und nun der erste Film. Nilgün Tasman arbeitet als Dozentin in der dualen Hochschule Baden-Württemberg und lehrt im Bereich Pflegewissenschaften „Kultursensible Pflege“.

Am Mittwoch, 30. September, findet in der Kunsthalle Göppingen von 15 bis 17 Uhr ein Interkultureller Workshop für Kinder von acht bis zwölf Jahren statt. Die Teilnahme ist kostenlos. Die Welt kennt unzählige Sprachen und Dialekte. Wie heißt „Sternschnuppe“ auf türkisch, italienisch, spanisch…? Bilder haben ihre eigene Sprache. Und jede Sprache hat ihre eigenen Bilder. In diesem Workshop werden sich die Teilnehmer Kunstwerke in der jeweils eigenen Sprache nähern und Worte für das Gesehene finden. Wo man nicht auf Anhieb versteht, wird man erfinderisch und lässt den Körper sprechen. So versuchen die Teilnehmer einander mit Hilfe von Gesten und Zeichnungen zu verstehen und dabei sogar zu „tanzzeichnen“. Manche Worte lassen sich durch Mimik und Gestik wunderbar nachzeichnen. Für eine kleine Geschichte braucht man vielleicht schon mehr Raum, um sie anderen ohne Sprache mitzuteilen. Das oftmals obskure Objekt, das ein Kunstwerk darstellt, ist in diesem Workshop ein wunderbarer Anlass, sich dem Thema der Kommunikation spielerisch zuzuwenden. Was will das Kunstwerk einem eigentlich sagen? Die Antwort darauf wird unendlich vielfältig sein.
In der Stadtbibliothek am Kornhausplatz 1 findet am Mittwoch, 30. September, von 16 bis 18 Uhr die besondere Bibliothek der lebendigen Bücher, kurz „Living Library“ statt. Menschen verschiedener Herkunft, unterschiedlicher Kultur und Religionen, mit einem interessanten Leben oder Beruf, spannenden Ideen, einer Berufung oder einer anderen Weltanschauung, stellen sich als „Buch“ für eine halbe Stunde zur Verfügung und beantworten Fragen, die an sie gestellt werden. Es besteht also die außergewöhnliche Möglichkeit, sich ein lebendiges Buch auszuleihen, das aus seinem Leben erzählt. Veranstalter sind die Stadtbibliothek und das Werner-Heisenberg- Gymnasium. Der Eintritt ist frei.

Am Donnerstag, 1. Oktober, um 18 Uhr in der Mörikestraße 18 im Alten E-Werk, stellt das Theater Asyl das Stück „Die geschenkten Worte“ vor. Zwei Schülerinnen, Jarmila Kuznik und Pia Müller, üben seit circa zwei Jahren ehrenamtlich mit den Kindern in der GU Pappelallee und präsentieren nun ihr neues Theaterstück. Die Spieler beschäftigen sich fantasievoll und eindrucksvoll mit dem Thema des Erwachsenwerdens. Darsteller sind die Kinder Sama, Sita, Athina, Hala, Heba, Kimia, Fatima und Arash. Die musikalische Begleitung erfolgt durch Jaron Götz auf der Geige und Gitarre, Justus Kingler auf dem Cello und Eva Krause ebenfalls auf der Geige. Veranstalter sind die Integrationsbeauftragte und das Kulturreferat Göppingen. Der Eintritt ist frei.

Die weiteren Veranstaltungen wie ein interkulturelles Fest am Freitag, 2. Oktober, 19 Uhr in der Stadthalle, ein Tag der offenen Moschee am Samstag, 3. Oktober, von 14 bis 16 Uhr oder das interreligiöse Musikprojekt Trimum mit Liedern für Juden, Christen und Muslime am Sonntag, 4. Oktober, um 20 Uhr in der Volkshochschule stellt GEPPO in der kommenden Ausgabe vor.

Programm für 2015

Typ Name Datum Größe
pdf Interkulturelle Wochen 2015.pdf 23.07.2015 250 KB

Unsere Grundsätze

Typ Name Datum Größe
pdf Grundsätze Interkulturelle Wochen.pdf 12.12.2012 136 KB

  

Ansprechpartnerin

Dragica Horvat
07161 650-182
DHorvat@goeppingen.de

Sprechzeiten

Montag 9 bis 14 Uhr
Dienstag 9 bis 14 Uhr
Mittwoch 9 bis 14 Uhr
Donnerstag 14:30 bis 18 Uhr
Freitag 9 bis 13 Uhr
sowie nach Vereinbarung

Anschrift

Freihofstraße 46
73033 Göppingen