Das Märklineum

Pressekonferenz zum Märklineum

Ein Mitschnitt der gesamten Pressekonferenz zum Märklineum auf der CMT 2018 in Stuttgart.


OB Till: „Wir wollen die Herzen ansprechen“

Oberbürgermeister Guido Till zusammen mit Andrea Gehrlach, Prokuristin der Stuttgart-Marketing GmbH, Lisa Herr, Leiterin des städtischen Referats Stadtmarketing und Tourismus, sowie Florian Sieber, Märklin-Geschäftsführer (v.l.n.r.)

Beim Rundgang über die Touristikmesse CMT in Stuttgart fällt eine winterliche Märklin-Modellbahnanlage ins Blick, dahinter ein tolles Panoramafoto der landschaftlich reizvoll gelegenen Stadt Göppingen, mit eingebetteter Dampf-Lok und Hinweisen auf die Eröffnung des ersten Bauabschnitts des märklineums im Frühsommer. „Die Firma Märklin ist die letzte verbliebene Firma einer langen Spielzeug-Tradition in Göppingen“, begründete Oberbürgermeister Guido Till diese Fokussierung.

Die Bedeutung von Firmen-Museen unterstrich beim Mediengespräch auf der CMT auch Andrea Gehrlach, Prokuristin der Stuttgart-Marketing GmbH: „Die Region Stuttgart ist eine Wirtschaftsregion. Viele der hier ansässigen Firmen haben für sich diesen Zugang zur eigenen Markenwelt entdeckt.“ Überzeugt zeigte sich Gehrlach, dass das märklineum viele Besucher anziehen und auch ein Reiseanlass für Stuttgart-Gäste bieten wird: „Dieser Leuchtturm für Göppingen wird in die ganze Region und Baden-Württemberg ausstrahlen.“ Mit dem märklineum werden neue Möglichkeiten der internationalen Vermarktung eröffnet. Die durchschnittlichen Ausgaben der Tagestouristen in den fünf Landkreisen der Region belaufen sich laut einer Studie auf 26 Euro pro Person. Bei 99 Millionen Tagesgästen in der Region summiert sich der Umsatz auf rund drei Milliarden Euro.

Was die Besucher/-innen künftig erwartet, erläuterte Märklin-Geschäftsführer Florian Sieber. Im ersten Bauabschnitt, der noch vor den Sommerferien startet, finden Bistro, Shop und Servicepoint auf rund 1.000 Quadratmeter einen neuen Platz. Der zweite Bauabschnitt, der spätestens Ende 2019 eröffnet werden soll, beinhaltet einen 400 Quadratmeter großen Raum für eine Modellbahnanlage sowie 1.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche für Produkte aus der gesamten Firmengeschichte. Mit interaktiven Elementen verspricht die Erlebniswelt, zu einem Anziehungspunkt für die ganze Familie zu werden. Ziel sei einerseits Kundenbindung, andererseits Neukundengewinnung. „Wir wollen die Menschen für das Thema Bahn begeistern!“, so Sieber.

Für Oberbürgermeister Guido Till ist klar: „Es handelt sich nicht um irgendeine Firma, sondern um die Marke Märklin. Sie spricht die Herzen, sie spricht Gefühle an wie kaum eine andere Marke. Mit Märklin sind Kindheitserinnerungen und Kindheitsträume verbunden.“ Das Stadtoberhaupt erinnerte an Göppingens Spielzeig-Tradition mit Firmen wie Schmohl, Konrad Keller oder die Metallwarenfabrik der Brüder Friedrich und Robert Fischer mit dem besonders gepflegten Spezialartikel „Kinderkochherde in feiner Ausführung“. Auf die Herstellung von Holzpferdchen hatten sich Mitte/Ende 19. Jahrhundert verschiedene Göppinger Drehermeister mit Namen Schönhut spezialisiert; Albert Schoenhut, der 1866 von Göppingen nach Amerika auswanderte, gründete dort eine der größten Spielzeugfabriken der Welt. Bis heute in Göppingen tätig geblieben ist die Firma Märklin. Das 1859 in Göppingen gegründete Unternehmen hat damit eine hohe Bedeutung für Göppingen; zum einen wirtschaftlich, zum anderen aber auch bewusstseinsbildend. „Das Image, speziell das Image einer Stadt, beruht zu großen Teilen auf Emotionen“, so Till. „Heute verbindet man in aller Welt den Namen Märklin vor allem mit Eisenbahnen. Bis zum Zweiten Weltkrieg produzierte Märklin aber ein breites Sortiment technischer Spielwaren. Dazu gehörten Kinderkochherde, Dampfmaschinen, große Schiffe, Metallbaukästen, Miniaturautos, Kreiselspiele und vieles mehr. Im Verkaufskatalog des Jahres 1904 wurden bereits über 1.000 Artikel vorgestellt. Diese Verbindung von Spielzeug im Allgemeinen und Märklin im Besonderen mit der Stadt Göppingen wollen wir pflegen und auch für unsere Darstellung nutzen.“

Deshalb hat die Stadt die Pläne von Anfang an unterstützt. Der Bedeutung der Marke Märklin ist sich der Rathauschef schon lange bewusst: „Bereits im Frühjahr 2009 setzten wir mit einer Solidaritätsausstellung im Rathaus ein deutliches Zeichen. Wir sind, zu Recht, stolz auf die enge Verbindung unserer Stadt mit der Geschichte des Hauses Märklin. Denn zu den großen Industriepionieren, die den wirtschaftlichen Aufschwung ab 1847 in unsere Stadt brachten, zählten unter anderem Louis Schuler, Louis Wackler, Leonhard Weiss und eben die Gebrüder Märklin, namentlich Theodor F. W. Märklin und seine Söhne Karl und Eugen. Alle genannten Namen zählen bis heute zu den großen Unternehmen unserer Stadt.“ Er war in seiner Kindheit übrigens selber stolzer Besitzer einer Tenderlokomotive der Baureihe 86, einer E-Lok E10 und der schweren Diesellok V 200, bekannte Till. Das Rathaus war aktiver Pate beim starken Schulterschluss zwischen dem Unternehmen Märklin, der Stadt und dem Landkreis Göppingen sowie der eigens von der Kreissparkasse initiierten Märklin-Stiftung als Grundlage der Märklin-Erlebniswelt. „Mit diesem Schulterschluss konnten wir die legendäre ‚Turmzimmersammlung‘ als Grundstock in und für Göppingen bewahren“, blickte OB Till zurück. Besonders erfreulich: Das märklineum wird mehr als ein Museum, es wird eine echte Erlebniswelt mit ständig neuen Eindrücken. „Ich bin der Familie Sieber zutiefst dankbar, dass sie sich mit derart viel Herzblut in die Marke Märklin hineingelebt hat“, so Till weiter, ehe er kurz in die Zukunft blickte: „Wir sind gemeinsam auf einem gutem Weg, die weltgrößte Märklin-Sammlung perspektivisch an Göppingen zu binden. Wenn uns das gelingt, dann werden wir über Jahre hinaus einen gigantischen Schatz aus allen Epochen der Firma Märklin präsentieren können.“

  

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