Selten ließ ein Termin im Rathaus so sehr das Wasser im Munde zusammenlaufen wie das Mediengespräch am Mitte November: Oberbürgermeister Guido Till, Wohnbau-Geschäftsführer Volker Kurz, Vertriebsleiter Wolfgang Schäff von der Klosterbrauerei Andechs sowie Architekt Peter Welz stellten die Pläne für „Der Andechser“ am Schillerplatz vor. Doch bis zum Fassanstich muss noch ein knappes Jahr gewartet werden – die feierliche Eröffnung ist für Freitag, 14. Oktober 2016, 16 Uhr vorgesehen, nach Möglichkeit mit Abt Johannes Eckert (achter Abt von Sankt Bonifaz und 33. Abt in Andechs) sowie mit den Klosterneuburgern Gästen Propst Bernhard Backovsky (Generalabt der Österreichischen Augustiner Chorherren-Kongregation), Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager und Vizebürgermeister a. D. Fritz Kaufmann. Denn diese drei Herren waren, so berichtete OB Guido Till, der Stadt und der Wohnbau GmbH Göppingen „als Türöffner“ behilflich, einen direkten Kontakt zur Klosterbrauerei Andechs herzustellen. Erstmals habe er bereits vor über neun Jahren mit der Idee gespielt, in Göppingen ein Brauhaus zu installieren, blickte Till zurück, damals aber bei regionalen Ansprechpartnern keine Unterstützung gefunden. Wichtigere Vorhaben wie Stadtgarten oder Vollendung Neue Mitte hätten den Gedanken in den Hintergrund gedrängt. Als er vor einigen Jahren, im Gespräch mit WGG-Geschäftsführer Kurz, auf das Anliegen zurückkam, sei beiden schnell klar geworden, dass nur ein renommierter Partner in Betracht komme – und sehr schnell seien sie gedanklich auf die Klosterbrauerei Andechs gekommen. Auftrieb erhielt diese Vorstellung vor drei Jahren beim städtischen Betriebsausflug, der seinen Abschluss im Kloster Andechs fand. Also wurden Stefan Schmuckenschlager, Bürgermeister in Klosterneuburg, und sein früherer Vizebürgermeister Fritz Kaufmann gebeten, beim Klosterneuburger Abt Bernhard Backovsky um Unterstützung bei der Kontaktaufnahme mit dem Andechser Abt Johannes Eckert nachzusuchen – mit Erfolg. Ausgestattet mit Klosterneuburger Referenzen führen Till und Kurz zum „Heilige Berg“, wo sich ihnen die Pforten sofort öffneten. „Da wurde also nicht, wie behauptet, aus dem Aufsichtsrat geplaudert“, stellte OB Till klar. „Vielmehr waren die Klosterneuburger Kollegen von Anfang an mit im Boot.“

Von der sich daraus entwickelten fantastischen Zusammenarbeit mit Vertriebsleiter Wolfgang Schäff ist OB Till restlos begeistert. Angesichts der starken fachlichen Unterstützung und der Hinzuziehung eines tollen Architekten (Peter Welz) werde man die hohe Qualität baulich verwirklichen; und auch bezüglich eines Pächters zeigte sich das Stadtoberhaupt zuversichtlich. Gemeinsam habe man aber zunächst ein geeignetes Gebäude gesucht und gefunden. Diese Suche habe sich zunächst auch auf Fremdgebäude erstreckt, blickte WGG-Chef Kurz zurück. Mit der fachkompetenten Beratung von Schäff solle nach dem Highlight Schlossplatz nun ein Glanzlicht am Schillerplatz aufgehen in Form einer Erlebniseinrichtung, die viel mehr beinhalte als bloßes Biertrinken. Als Kurz und Schäff erstmals vor dem Gebäude Schillerplatz 6 standen, habe der Vertriebsleiter nur eine Silbe gesagt: „Wow!“ Und als Kurz festgestellt hatte, dass das Anwesen ohnehin für eine Modernisierung und Sanierung vorgesehen gewesen sei – zwei Stockwerke wurden schon seit längerem nicht mehr genutzt – habe er Architekt Peter Welz hinzu gezogen. Denn auch die Brauerei, so Wolfgang Schäff, strebe ein einzigartiges Ambiente im künftigen „Der Andechser“ an. Angesichts der sehr positiven Zusammenarbeit und der günstigen Voraussetzungen – mit der Stadt und der WGG stünden zwei sehr seriöse Partner zur Seite; und der Markt in Göppingen weise keinen entsprechenden gastronomischen Betrieb auf – ging er davon aus, in der Hohenstaufenstadt ein „Andechser Flaggschiff für Baden-Württemberg“ zu schaffen.

Die Wohnbau als Bauherr und Investor wird zwischen 1,5 und zwei Millionen Euro investieren, der Kooperationspartner Klosterbrauerei Andechs – die Vereinbarung wurde jüngst unterschrieben – steuert das Knowhow von der Logistik bis zur Dekoration bei. Die denkmalgeschützte Fassade mit ihrer Malerei und, so Schäff, „klerikalen Fenstergestaltung“, werde erhalten; die Technik werde auf neuesten Stand gebracht und die Barrierefreiheit im ganze Haus verwirklicht. Das Gebäude, laut Architekt Peter Welz eines der schönsten in ganz Göppingen, werde bayerische Mentalität verspüren, sich aber der Göppinger Örtlichkeit und Gepflogenheiten anpassen. Der Zugang ins Erdgeschoss erfolgt vom Schillerplatz aus; eine offene transparente Treppe gibt den Blick auf die oberen Geschosse frei, ging Welz ins Detail. Im hinteren Bereich erschließt ein Aufzug alle Geschosse; ansonsten vermitteln eine große Bar sowie höhere Stühle und Tische den Eindruck einer „Bierschwemme“ mit ungefähr 50 bis 60 Plätzen. Im ersten Obergeschoss wird eine Gaststube für ungefähr 60 Personen zum gehobenen Essen mit Blick auf den Innenhof einladen. Im zweiten Obergeschoss sind zwei kleinere, miteinander verbindbare Räume vorgesehen, die auch für private Treffen oder Tagungen zum Beispiel von Gästen des benachbarten Hotels genutzt werden können. Das dritte Obergeschoss wird Büros und Personalräume aufnehmen, während im Untergeschoss die Haustechnik sowie die (auch per Aufzug barrierefrei erreichbaren) Toiletten aufnehmen wird. Aufgewertet werde schließlich auch der Freibereich auf dem Schillerplatz: Der künftige Andechser Biergarten mit etwa 70 Plätzen wird anstelle der bisherigen Asphaltfläche eine wassergebundene Oberfläche erhalten und mit einem Platanendach versehen. Diese Außengastronomie wird dauerhaft eingerichtet, so dass künftig das Münchener Viktualienmarkt-Gefühl, die unmittelbare Verbindung von Frischemarkt und Biergarten, auch in Göppingen Einzug halten wird.

  

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