Stadt braucht Golfpark und Dittlau

Wohnraumbedarfsprognose für Göppingen vorgestellt

Zwei Tagesordnungspunkte mit langfristiger Reichweite behandelte der Gemeinderat, gemeinsam mit dem Bezirksbeirat Faurndau, auf seiner jüngsten Sitzung: Die Wohnraumbedarfsanalyse für die Stadt Göppingen und unmittelbar daran anschließend den Sachstandsbericht zur Wohnbaulandentwicklung Dittlau. Selbst die Ausschöpfung der bereits ausgewiesenen und angedachten Baugebiete inklusive Golfpark und Dittlau reicht nicht ganz aus, den Nachfragebedarf zu decken.
 
Das Fazit der Gemeinderatssitzung zog Oberbürgermeister Guido Till tags darauf vor der Presse: „Es geht nicht um die Frage ‚Dittlau oder Golfpark‘. Wir brauchen vielmehr beides: Dittlau und Golfpark!“ Die Wohnraumbedarfsprognose für die Gesamtstadt Göppingen habe ergeben, dass bis zum Jahr 2036 insgesamt 2.910 neue Wohneinheiten, aufgeteilt in 1.240 Wohneinheiten in Ein- und Zweifamilien-Häusern sowie 1.670 Wohneinheiten in Mietwohnungen gebraucht werden. Diesem Bedarf von 2.910 Wohneinheiten stünden aber, auch bei optimistisch bewerteter Umsetzung aller Möglichkeiten inklusive Dittlau und Golfpark, nur 2.680 bis 2035 zu bauende Wohneinheiten gegenüber.
Zu Beginn der Gemeinderatssitzung begrüßte Oberbürgermeister Guido Till als externe Referenten Thomas Abraham vom Institut empirica aus Bonn, Thomas Kiwitt, Leitender Technischer Direktor des Verbands Region Stuttgart, und Dr. Frank Friesecke von der STEG - Stadtentwicklung GmbH. Einführend blickte Till auf die Entwicklung der Stadt im Ganzen:
-seit 2005 konnte die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze um rund 5.400 gesteigert werden;
-Göppingen hat eine unglaublich hohe Arbeitsplatzdichte von 553 Arbeitsplätzen auf 1.000 Einwohner (der Landkreis Göppingen hat eine Arbeitsplatzdichte von 338, das Land von 407, die Region Stuttgart von 435);
-die Einwohnerzahl stieg auf knapp 58.000; Göppingen ist aber langsamer gewachsen als andere Kommunen im Landkreis.
„Das heißt, wir haben vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nicht die Möglichkeit einräumen können, dem heutigen Trend zu folgen, nämlich nicht weit zur Arbeit fahren zu müssen, sondern am Arbeitsort zu leben. Das aber muss Ziel einer nachhaltigen Stadtplanung sein.“ Ansonsten würden die Menschen, soweit möglich, in Städte ziehen, in denen sie sowohl Wohnraum wie auch Arbeitsplatz finden.
Das Stadtoberhaupt erinnerte an die gemeinsam aufgebaute vorbildliche Infrastruktur im Sozial-, Bildungs-, Kultur- und Sportbereich. Für diese Infrastruktur benötige die Stadt aber auch mittel- und langfristig Nutzer/-innen sowie Einwohner/-innen, die ihren Beitrag zur Finanzierung leisten. Auch das gehöre zu einer nachhaltigen Stadtplanung. OB Till bekannte sich zum Prinzip ‚Innen- vor Außenentwicklung‘, das die Stadt seit Jahren verfolge. „Aber alle unsere aufwändigen und zeitintensiven Bemühungen der letzten Jahre haben zu 200 neuen Bauplätzen geführt.“ Till konnte es sich nicht vorstellen, dass es jemanden im Gemeinde- oder Bezirksbeirat gebe, der es jungen Familien nicht ermöglichen möchte, Eigentum zu schaffen und im Alter sorgenfrei leben zu können oder der es jungen Menschen nicht ermöglichen möchte, in einer adäquaten Mietwohnung ein Zuhause finden zu können.
Auch wenn Göppingen eingebunden sei in die Region Stuttgart, wolle die Stadt zunächst für die eigene Bevölkerung, die eigenen Bürger/-innen sowie deren Kinder, Perspektiven schaffen. „Wir vergeben unsere Grundstücke nach einem klaren Kriterienkatalog, in dem der örtliche Bezug eine ganz wesentliche Rolle spielt“, erinnerte Till. Dies unterstreiche auch die Nachfrage nach den jüngsten fünf, von der Stadt vermarkteten Wohngebiete: Auf 56 Grundstücke entfielen 288 Nachfragen, von denen 193 (67 Prozent) aus der Stadt Göppingen und weitere 52 (18 Prozent) aus dem Landkreis Göppingen stammen.
 
Thomas Kiwitt, Leitender Technischer Direktor des Verbands Region Stuttgart, umriss die „Powerkammer Region Stuttgart“ mit drei Zahlen: zehn Prozent der Fläche Baden-Württembergs, 25 Prozent der Einwohner/-innen und 30 Prozent der Wirtschaftskraft. Aber: 75 Prozent der Menschen arbeiten nicht in ihrer Wohngemeinde, sondern pendeln. Auf die Stadt Göppingen bezogen: zwei Drittel der Arbeitsplätze sind von Pendlern belegt; und jeder dritte hier ausgegebene Euro stammt aus dem Umland. Bis zum Jahr 2035 wird es in Göppingen 3.700 Sterbefälle mehr geben als Geburten. Aber: Es werden sich 1.200 junge Menschen mehr selbstständig machen und aus ihrem Elternhaus ausziehen als die Generation 85+ ausmacht; dies ist die durchschnittliche Altersgrenze, in der Menschen ihre bisherigen Wohnungen frei machen. Und: Es werden 4.800 ältere Menschen mehr in den Ruhestand gehen als junge Menschen in den Beruf nachrücken; diese Lücken müssen durch Zuzüge von außen geschlossen werden – allein, um die Arbeitsplätze in Göppingen besetzen zu können. Daraus errechnet sich ein erheblicher Bedarf in der Stadt Göppingen: 1.200 Haushaltsgründungen und 4.800 Zuzüge Berufstätiger. Die Staukosten in der Region Stuttgart bezifferte Kiwitt mit jährlich 1,2 Milliarden Euro. Dass davon auch Göppingen berührt ist, verdeutlichen die Zahlen von 21.614 Berufs-Einpendlern nach Göppingen und 12.585 Auspendlern.
 
„Wir haben heute eine ganze Reihe von Bebauungsplänen behandelt, die auch neuen Wohnraum schaffen sollen. Auf die Zahl der benötigten 2.900 Wohneinheiten kommen wir damit aber bei weitem nicht“, leitete OB Till zum nächsten Thema über. „Aber es sind ja auch noch andere Faktoren zu berücksichtigen, wie zum Beispiel der private Markt, die Baulücken etc.“ Den tatsächlichen Wohnraumbedarf, unter Berücksichtigung aller bekannten Faktoren und Planungen, stellte anschließend Thomas Abraham von empirica Bonn vor. Das renommierte Fachbüro empirica ist ein unabhängiges Institut mit Büros in Berlin, Bonn und Leipzig und zusammen rund 30 Mitarbeiter/-innen, darunter Volkswirte, Geographen und Stadtplaner. Abraham bezeichnete die vielen Arbeitsplätze und das weitere Ansteigen als grundsätzlich positiv für die Stadt Göppingen. Allerdings führte dies zu einem starken Preisanstieg um 60 Prozent für Gebrauchtimmobilien seit 2010; und es besteht eine hohe Nachfrage nach Wohnraum. Den Bedarf bis 2035 bezifferte Abraham auf 2.910 Wohneinheiten; diesen Bedarf sowie die möglichen Flächen untersuchte das Institut getrennt für Ein- und Zweifamilien-Häuser sowie Mietwohnungen und jeweils aufgeteilt in Fünf-Jahres-Abschnitten:
2017 bis 2021: 415 Wohneinheiten in Ein- und Zweifamilien-Häuser, 545 Wohneinheiten in Mietwohnungen, gesamt 960 Wohneinheiten
2022 bis 2026: 285 Wohneinheiten in Ein- und Zweifamilien-Häuser, 350 Wohneinheiten in Mietwohnungen, gesamt 635 Wohneinheiten
2027 bis 2031: 260 Wohneinheiten in Ein- und Zweifamilien-Häuser, 360 Wohneinheiten in Mietwohnungen, gesamt 620 Wohneinheiten
2032 bis 2036: 280 Wohneinheiten in Ein- und Zweifamilien-Häuser, 415 Wohneinheiten in Mietwohnungen, gesamt 695 Wohneinheiten
Für den gesamten Zeitraum: 1.240 Wohneinheiten in Ein- und Zweifamilien-Häuser, 1.670 Wohneinheiten in Mietwohnungen, gesamt 2.910 Wohneinheiten.
 
Dem stehen als Möglichkeiten gegenüber:
auf dem Immobilienmarkt: 750 Wohneinheiten bei 100 Prozent Realisierung
Masterplan (aktuelle Planung): 670 Wohneinheiten bei 100 Prozent; 570 Wohneinheiten bei 85 Prozent Realisierung
Dittlau: 800 Wohneinheiten bei 100 Prozent; 680 Wohneinheiten bei 85 Prozent Realisierung
Stauferpark: 600 Wohneinheiten bei 100 Prozent; 510 Wohneinheiten bei 85 Prozent Realisierung
Bergfeldtrauf II: 200 Wohneinheiten bei 100 Prozent; 170 Wohneinheiten bei 85 Prozent Realisierung
Gesamt: 3.020 Wohneinheiten bei 100 Prozent; 2.680 Wohneinheiten bei 85 Prozent Realisierung.
100 Prozent sind allerdings höchst unwahrscheinlich, da nicht alle Grundstücksbesitzer ihre Flächen auch entsprechend der Möglichkeiten bebauen wollen – Baulücken sind in Göppingen seit langem ein leidiges Thema. Selbst 85 Prozent sind ein hoher Wert, Ulm beispielsweise kommt nur auf 50 Prozent Realisierungsquote.
 
Baubürgermeister Helmut Renftle erläuterte nochmals die Wohnbaustrategie aus dem Jahr 2015. Als er 2014 sein Amt angetreten hatte, stand kein einziges städtisches Baugrundstück zur Verfügung. Die drei Kernpunkte der Strategie sind:
- Innenentwicklung vor Außenentwicklung
- Neuausweisung von Flächen nur mit Realisierungsperspektive und Flächengewinnung durch städtischen Zwischenerwerb zu fairen Preisen
- Herausnahme von Flächen aus dem Flächennutzungsplan bei fehlender Realisierungs- und Entwicklungsperspektive, so bereits geschehen in St Gotthardt und Bartenbach.
Seit 2015 wurden vier Wohngebiete vermarktet mit zusammen 76 Wohneinheiten:
Mittenfeld I, Jebenhausen, 7 WE
Scheffelstraße, Holzheim, 28 WE
Wurzwiesen II, Hohenstaufen, 8 WE
Galgenberg, 40 WE
 
In Planung sind aktuell 14 Gebiete mit zusammen 594 Wohneinheiten bis 2026:
Hohenstaufen-/Dürerstraße, 120 WE
Rechberghäuser Weg, BA Nord (Reihenhäuser), Bartenbach, 5 WE
Rechberghäuser Weg, BA Süd (Kettenhäuser), Bartenbach, 8 WE
Westlich Gmünder Straße (Friedhofweg), Maitis, 10 WE
Schönwälder Straße, Bezgenriet, 18 WE
Wielandstraße/Stifterstraße (Wohnbau), Holzheim 45 WE
Rechberghäuser Weg - Lorcher Straße, Bartenbach 10 WE
Wiesäcker II, St. Gotthardt, 30 WE
Bergfeldtrauf 1.BA, 100 WE
Opelstraße, Faurndau, 100 WE
Gaisrain, 50 WE
Im Freihof, Faurndau, 21 WE
Höhenweg, Manzen, 12 WE
Kunsthallenquartier, 65 WE
 
Beide Pakete zusammen ergeben 670 Wohneinheiten. Rechnet man den Golfplatz mit 18,7 Hektar für 600 Wohneinheiten nach 2027, Dittlau mit 25 Hektar und 800 Wohneinheiten sowie Bergfeldtrauf II ab 2030 mit weiteren 200 Wohneinheiten dazu, wird deutlich: Die Stadt braucht nicht die Wohnbebauung des Golfplatzes anstatt der Dittlau, sondern beides.
 
Der Bereich Dittlau soll abschnittsweise für ein durchgrüntes Familienwohnen entwickelt werden, stellte Stadtplanerin Susanne Mehlis die bisherige, noch im Anfangsstadium befindliche Konzeption vor. Die Sportfläche bleibt erhalten und muss ebenso mit einer Wohnbebauung in Einklang gebracht werden wie das Tierheim und die B 10. Das Gebiet soll direkt an Faurndau anschließen, aber mit harmonischen Grünübergängen sowie Fuß-/Radweg-Verbindungen zum Ortskern, Bahnhof und zum Wald. Die Obstbaumwiese bleibt erhalten; Gutachten zum besonderen Artenschutz und zu ökologischen Besonderheiten haben gezeigt, dass für Fledermäuse, Haselmäuse und Vögel weitere Untersuchungen nötig sind. Eingriffe in weitere Schutzgüter sind insgesamt als gering zu beurteilen. Noch im Laufen sind die Beteiligung der Eigentümer, Verkehrsuntersuchungen und ein Wertgutachten. Eine Verlegung der Kreisstraße soll zur Entlastung Faurndaus beitragen.
 
Der städtische Wunsch nach einem Direktanschluss der K 1410 an die B 10 ist laut Regierungspräsidium nicht genehmigungsfähig, da der Abstand zum Anschluss GP Zentrum West/Öde zu gering ist, berichtete Renftle von einem Gespräch in Stuttgart anfangs der Woche. Kurz stellte er die aktuelle Verkehrszählung vor: Am 12 Juni hatten 80 Schüler/-innen des Werner-Heisenberg-Gymnasiums sechs Knotenpunktzählungen zur Ermittlung der Gesamtbelastung und vier Kennzeichenzählungen zur Ermittlung des Durchgangsverkehrs vorgenommen. Diese Zahlen wertet das Büro Karajan gerade aus.
 
Auf die Eigentümerbefragung zur Mitwirkungsbereitschaft ging abschließend Dr. Frank Friesecke von der STEG - Stadtentwicklung GmbH ein. Erfragt wurden die Varianten Verkauf, Tausch oder selber bauen sowie kein Interesse. Bei 65 angeschriebenen Eigentümer/-innen war innerhalb von sechs Wochen ein Rücklauf von 75 Prozent zu verzeichnen; die anderen 25 Prozent werden jetzt nochmals nachgefragt. Die meisten Eigentümer sind für persönliche Gespräche bereit, neun eigentlich nicht. Einige von ihnen allerdings machten ihre Mitwirkungsbereitschaft davon abhängig, dass Lösungen für ihre Pächter gefunden werden.
 
Am Ende stellte Oberbürgermeister Guido Till den Film vor, der die Hintergründe zum Familienwohnen Dittlau erläutert und hier abrufbar ist.

OB Till: „Mehr Transparenz geht kaum“

Bürgerbüro zum Familienwohnen Dittlau eingeweiht

Mit der Eröffnung des Bürgerbüros Dittlau wird ein Leitgedanke mit Leben erfüllt, der von Anfang an über den Überlegungen zu einem möglichen Familienwohngebiet Dittlau steht: „Wir haben den Bürgerinnen und Bürgern ein offenes, ein transparentes und bürgernahes Verfahren versprochen“, so Oberbürgermeister Guido Till bei der Einweihung. Wir haben schon in der ersten Bürgerinformation im November vergangenen Jahres in der Faurndauer Turnhalle die Einrichtung eines ortsnahen Bürgerbüros Dittlau angekündigt.“


Bei der Einweihung gab es auch die Welt-Uraufführung eines von den Firmen madness und BildManufaktur erstellten Kurzfilms.
https://www.youtube.com/watch?v=W3TLwm-hD_o

Und der Zeitpunkt ist gut gewählt: In den nächsten Wochen erwartet die Stadt die Ergebnisse der ersten Gutachten. Um diese Ergebnisse der interessierten Öffentlichkeit ausführlich darstellen zu können, wurde am 12. September 2018 das von Anfang an zugesagte Bürgerbüro Dittlau eingeweiht und eröffnet. „An diesem Begegnungsort wollen wir mit den Menschen vor Ort weiter ins Gespräch kommen“, so Till, der bilanzierte: „Unsere bisherigen Gespräche waren übrigens ganz überwiegend positiv. Wir haben viel Zustimmung und viel Vorfreude auf das Familienwohnen Dittlau erfahren, auch hier in Faurndau.“ Für das Bürgerbüro wurden keine baulichen Veränderungen vorgenommen; die beiden Räume wurden „schwäbisch-sparsam“ möbliert. In der Bismarckstraße 6 können ab sofort Gesprächstermine nach individuellen Anfragen vereinbart werden. Zusätzlich werden zunächst an einem Vormittag und an einem Nachmittag feste Öffnungszeiten anbieten: Dienstagvormittag von 8 bis 10 Uhr sowie Donnerstagnachmittag von 16 bis 18 Uhr werden interessierte Bürgerinnen und Bürger hier kompetente Auskunft erhalten und sich selber über die verschiedenen Aspekte ein Bild machen können.

Denn Stadtplanung, unterstrich das Stadtoberhaupt, sei ein dynamischer Prozess; beim Planungsprozess eines Wohngebiets gebe es keinen Stillstand. „Wir sind mit unseren Überlegungen zum Familienwohnen Dittlau noch lange nicht am Ende angelangt; wir stehen vielmehr am Anfang eines nachhaltigen Entwicklungsprozesses“, blickte OB Till voraus. „Wir werden in der nächsten Gemeinderatssitzung am 27. September die Ergebnisse seriöser, fachlich ausgewiesener Gutachter vorstellen.“ Dazu zählt zum Beispiel der tatsächlich nachgewiesene Wohnraumbedarf, ermittelt durch ein renommiertes Fachbüro: empirica ist ein unabhängiges Institut mit Büros in Berlin, Bonn und Leipzig und zusammen rund 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, darunter Volkswirte, Geographen und Stadtplaner. „Wir werden Ergebnisse aus Verkehrs- und Wertgutachten sowie weiteren Untersuchungen zum besonderen Artenschutz und zu ökologischen Risiken vorstellen. Und dann, gleich nach der Gemeinderatssitzung, werden wir diese Erkenntnisse der Bürgerschaft hier, im Bürgerbüro Dittlau, offen und ortsnah vorstellen. Mehr Transparenz geht kaum…..“, so Guido Till.

Und weiter: „Wenn die Gutachten und Untersuchungen zu dem Ergebnis kommen sollten, dass ein Familienwohnen Dittlau nicht vertretbar sei, dann werden wir daraus die entsprechenden Schlüsse ziehen. Bislang allerdings deuten alle Anzeichen darauf hin, dass eine nachhaltige und verträgliche Entwicklung möglich sei.“ Und die Zeiten der „Neuen Heimat“ seien längst vorbei: Im Dittlau werde keine Hochhaussiedlung entstehen. Angestrebt werde vielmehr ein nachhaltiges Familienwohnen mit einer verträglichen Mischung aus Ein- und Zwei-Familien-Häusern, aus Doppel- und Reihenhäusern sowie aus Eigentums- und Mietwohnungen. „Am Ende der schrittweise, in mehreren Bauabschnitten zu realisierenden Entwicklung können nach unseren Vorstellungen bis zu 800 Wohneinheiten für rund 2.000 Menschen entstehen.“ Damit würden gleichermaßen der Ortskern von Faurndau, die örtliche Infrastruktur wie Kindertagesstätten und Schulen, sowie der lokale Einzelhandel durch neue Nutzer und Kunden langfristig gestärkt. Und eine Verlegung der K 1410 würde Faurndau zudem vom Durchgangsverkehr Voralbraum – Schurwald dauerhaft befreien.
Oberbürgermeister Guido Till erinnerte an den ungeheuren Druck auf dem Wohnungsmarkt. Die enorme Nachfrage komme nicht von ungefähr, sondern sei Ausfluss der erfolgreichen Politik der letzten Jahre:
- Seit 2005 konnte die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze in Göppingen um rund 5.400 gesteigert werden;
- die Stadt Göppingen hat eine unglaublich hohe Arbeitsplatzdichte von 553 Arbeitsplätzen auf 1.000 Einwohner im Jahr 2017. Der Landkreis Göppingen hatte – ein Jahr zuvor – eine Arbeitsplatzdichte von 338, das Land von 407, die Region Stuttgart von 435;
- und Göppingen weist über 9.000 Berufseinpendler mehr auf als Auspendler, mit allen negativen Folgen für den Verkehr und die Umwelt.
„Dank unserer verlässlichen Wirtschaftspolitik sind wir ein geschätzter Wirtschaftsstandort“, betonte OB Till. „Zugleich sind wir ein attraktiver und beliebter Wohnort, da wir mit großen gemeinsamen Anstrengungen im Bereich der Kinderbetreuung die Vereinbarung von Familie und Beruf verwirklichen – von unserer lebendigen Sport- und Kulturszene ganz zu schweigen. Das zieht Menschen an – Menschen, die wir auch dringend brauchen: Unsere Unternehmen brauchen Arbeitskräfte; und wir als Stadt brauchen Einwohnerinnen und Einwohner, die hier ihre Steuern zahlen, unsere Infrastruktur nutzen und unseren Handel beleben.“
Der Gemeinderat hat daher beschlossen, die schrittweise Entwicklung eines 25 Hektar umfassenden Wohngebiets Dittlau zu prüfen. Als die Faurndauer Firma Kleemann mangels Erweiterungsfläche im Stadtbezirk ihre Produktion verlegen musste, hat Göppingen dem Unternehmen solidarisch die nötigen Flächen – 145.000 Quadratmeter – ohne Wenn und Aber im Stauferpark zur Verfügung gestellt. „Nun müssen wir prüfen, ob Teile der Dittlau als Familienwohngebiet entwickelt werden können. Die Ergebnisse werden wir in den kommenden Monaten hier, im Bürgerbüro Dittlau, offen auslegen.“ Auf den daraus resultierenden ortsnahen Bürger-Dialog freute sich Till bereits bei der Einweihung.

  

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Bismarckstraße 6
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Telefon 07161 650-9050
Fax 07161 650-9059
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