OB Till: „Mehr Transparenz geht kaum“

Bürgerbüro zum Familienwohnen Dittlau eingeweiht

Mit der Eröffnung des Bürgerbüros Dittlau wird ein Leitgedanke mit Leben erfüllt, der von Anfang an über den Überlegungen zu einem möglichen Familienwohngebiet Dittlau steht: „Wir haben den Bürgerinnen und Bürgern ein offenes, ein transparentes und bürgernahes Verfahren versprochen“, so Oberbürgermeister Guido Till bei der Einweihung. Wir haben schon in der ersten Bürgerinformation im November vergangenen Jahres in der Faurndauer Turnhalle die Einrichtung eines ortsnahen Bürgerbüros Dittlau angekündigt.“


Bei der Einweihung gab es auch die Welt-Uraufführung eines von den Firmen madness und BildManufaktur erstellten Kurzfilms.
https://www.youtube.com/watch?v=W3TLwm-hD_o

Und der Zeitpunkt ist gut gewählt: In den nächsten Wochen erwartet die Stadt die Ergebnisse der ersten Gutachten. Um diese Ergebnisse der interessierten Öffentlichkeit ausführlich darstellen zu können, wurde am 12. September 2018 das von Anfang an zugesagte Bürgerbüro Dittlau eingeweiht und eröffnet. „An diesem Begegnungsort wollen wir mit den Menschen vor Ort weiter ins Gespräch kommen“, so Till, der bilanzierte: „Unsere bisherigen Gespräche waren übrigens ganz überwiegend positiv. Wir haben viel Zustimmung und viel Vorfreude auf das Familienwohnen Dittlau erfahren, auch hier in Faurndau.“ Für das Bürgerbüro wurden keine baulichen Veränderungen vorgenommen; die beiden Räume wurden „schwäbisch-sparsam“ möbliert. In der Bismarckstraße 6 können ab sofort Gesprächstermine nach individuellen Anfragen vereinbart werden. Zusätzlich werden zunächst an einem Vormittag und an einem Nachmittag feste Öffnungszeiten anbieten: Dienstagvormittag von 8 bis 10 Uhr sowie Donnerstagnachmittag von 16 bis 18 Uhr werden interessierte Bürgerinnen und Bürger hier kompetente Auskunft erhalten und sich selber über die verschiedenen Aspekte ein Bild machen können.

Denn Stadtplanung, unterstrich das Stadtoberhaupt, sei ein dynamischer Prozess; beim Planungsprozess eines Wohngebiets gebe es keinen Stillstand. „Wir sind mit unseren Überlegungen zum Familienwohnen Dittlau noch lange nicht am Ende angelangt; wir stehen vielmehr am Anfang eines nachhaltigen Entwicklungsprozesses“, blickte OB Till voraus. „Wir werden in der nächsten Gemeinderatssitzung am 27. September die Ergebnisse seriöser, fachlich ausgewiesener Gutachter vorstellen.“ Dazu zählt zum Beispiel der tatsächlich nachgewiesene Wohnraumbedarf, ermittelt durch ein renommiertes Fachbüro: empirica ist ein unabhängiges Institut mit Büros in Berlin, Bonn und Leipzig und zusammen rund 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, darunter Volkswirte, Geographen und Stadtplaner. „Wir werden Ergebnisse aus Verkehrs- und Wertgutachten sowie weiteren Untersuchungen zum besonderen Artenschutz und zu ökologischen Risiken vorstellen. Und dann, gleich nach der Gemeinderatssitzung, werden wir diese Erkenntnisse der Bürgerschaft hier, im Bürgerbüro Dittlau, offen und ortsnah vorstellen. Mehr Transparenz geht kaum…..“, so Guido Till.

Und weiter: „Wenn die Gutachten und Untersuchungen zu dem Ergebnis kommen sollten, dass ein Familienwohnen Dittlau nicht vertretbar sei, dann werden wir daraus die entsprechenden Schlüsse ziehen. Bislang allerdings deuten alle Anzeichen darauf hin, dass eine nachhaltige und verträgliche Entwicklung möglich sei.“ Und die Zeiten der „Neuen Heimat“ seien längst vorbei: Im Dittlau werde keine Hochhaussiedlung entstehen. Angestrebt werde vielmehr ein nachhaltiges Familienwohnen mit einer verträglichen Mischung aus Ein- und Zwei-Familien-Häusern, aus Doppel- und Reihenhäusern sowie aus Eigentums- und Mietwohnungen. „Am Ende der schrittweise, in mehreren Bauabschnitten zu realisierenden Entwicklung können nach unseren Vorstellungen bis zu 800 Wohneinheiten für rund 2.000 Menschen entstehen.“ Damit würden gleichermaßen der Ortskern von Faurndau, die örtliche Infrastruktur wie Kindertagesstätten und Schulen, sowie der lokale Einzelhandel durch neue Nutzer und Kunden langfristig gestärkt. Und eine Verlegung der K 1410 würde Faurndau zudem vom Durchgangsverkehr Voralbraum – Schurwald dauerhaft befreien.
Oberbürgermeister Guido Till erinnerte an den ungeheuren Druck auf dem Wohnungsmarkt. Die enorme Nachfrage komme nicht von ungefähr, sondern sei Ausfluss der erfolgreichen Politik der letzten Jahre:
- Seit 2005 konnte die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze in Göppingen um rund 5.400 gesteigert werden;
- die Stadt Göppingen hat eine unglaublich hohe Arbeitsplatzdichte von 553 Arbeitsplätzen auf 1.000 Einwohner im Jahr 2017. Der Landkreis Göppingen hatte – ein Jahr zuvor – eine Arbeitsplatzdichte von 338, das Land von 407, die Region Stuttgart von 435;
- und Göppingen weist über 9.000 Berufseinpendler mehr auf als Auspendler, mit allen negativen Folgen für den Verkehr und die Umwelt.
„Dank unserer verlässlichen Wirtschaftspolitik sind wir ein geschätzter Wirtschaftsstandort“, betonte OB Till. „Zugleich sind wir ein attraktiver und beliebter Wohnort, da wir mit großen gemeinsamen Anstrengungen im Bereich der Kinderbetreuung die Vereinbarung von Familie und Beruf verwirklichen – von unserer lebendigen Sport- und Kulturszene ganz zu schweigen. Das zieht Menschen an – Menschen, die wir auch dringend brauchen: Unsere Unternehmen brauchen Arbeitskräfte; und wir als Stadt brauchen Einwohnerinnen und Einwohner, die hier ihre Steuern zahlen, unsere Infrastruktur nutzen und unseren Handel beleben.“
Der Gemeinderat hat daher beschlossen, die schrittweise Entwicklung eines 25 Hektar umfassenden Wohngebiets Dittlau zu prüfen. Als die Faurndauer Firma Kleemann mangels Erweiterungsfläche im Stadtbezirk ihre Produktion verlegen musste, hat Göppingen dem Unternehmen solidarisch die nötigen Flächen – 145.000 Quadratmeter – ohne Wenn und Aber im Stauferpark zur Verfügung gestellt. „Nun müssen wir prüfen, ob Teile der Dittlau als Familienwohngebiet entwickelt werden können. Die Ergebnisse werden wir in den kommenden Monaten hier, im Bürgerbüro Dittlau, offen auslegen.“ Auf den daraus resultierenden ortsnahen Bürger-Dialog freute sich Till bereits bei der Einweihung.

  

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