Presseartikel

Auf dieser Seite finden Sie aktuelle Presseartikel über die Arbeit der Stadtentwässerung Göppingen.

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EU und Land fördern Versuchsanlage im Klärwerk

Freuen sich über die hohe Fördersumme: Baubürgermeister Helmut Renftle, Technischer Betriebsleiter Jochen Gugel, Oberbürgermeister Guido Till und Kaufmännischer Betriebsleiter Rudolf Hollnaicher (von links).  Foto: Hinrichsen

Insgesamt 2,2 Millionen Euro Fördermittel erhält der Eigenbetrieb Stadtentwässerung (SEG) zum Aufbau einer Versuchsanlage zur Rückgewinnung von Phosphor aus Klärschlamm. Oberbürgermeister Guido Till sieht in diesem Projekt einen wichtigen Beitrag zum verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen. Rund 40 Prozent des Phosphorbedarfs in Baden-Württemberg könnten durch die Klärwerke im Lande gedeckt werden, erklärt Betriebsleiter Jochen Gugel.

Ende 2016 hatte die SEG den Förderantrag für eine Phosphor-Rückgewinnungsanlage im Klärwerk Göppingen gestellt; kürzlich ist der Förderbescheid eingegangen. Die SEG erhält demnach 1.385.650 Euro aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und 831.390 Euro vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg. „Phosphor ist lebenswichtig, daher fördert die Landesregierung innovative Vorhaben, die diese wertvolle Ressource aus den anfallenden Klärresten zurückgewinnen können. Die erste Versuchsanlage im Land auf der Kläranlage in Göppingen haben wir daher gerne mit insgesamt 2,2 Millionen Euro unterstützt, davon 1,4 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und weiteren 800.000 Euro aus Landesmitteln. Damit leistet Göppingen einen wichtigen Beitrag zur Phosphor-Rückgewinnungsstrategie Baden-Württemberg“, lobt Umweltminister Franz Untersteller das Engagement des Eigenbetriebs.

Phosphor ist essentiell für alles Leben. Ohne die Düngung mit diesem Nährstoff gäbe es keine ausreichende landwirtschaftliche Produktion. Dabei ist der Rohstoff in der Landwirtschaft so begehrt wie er auch bezüglich seines natürlichen Vorkommens umstritten ist. In der Natur kommt Phosphor ausschließlich in gebundener Form vor, meist in Form der Phosphate in der Erdkruste. Vier Länder besitzen rund 80 Prozent aller Vorkommen: Marokko und die Westsahara, China, Südafrika und Jordanien. Und derzeit teilen sich fünf Länder, China, USA, Marokko, Russland und Tunesien, rund drei Viertel der Förderung von Phosphatgestein. Politische Unsicherheiten in diesen Ländern und auch die weiter wachsende Weltbevölkerung können zu Engpässen und Preissteigerungen bei Rohphosphaten führen. Europa ist jedoch zu 90 Prozent abhängig von den Importen aus diesen Ländern. Die baden-württembergische Landesregierung verfolgt daher die sogenannte Phosphorstrategie: Der Wachstumsbeschleuniger soll in heimischen Gefilden gefördert werden, dort, wo die größten Vorkommen sind – in den Kläranlagen, und das ökologisch und wirtschaftlich verträglich.

Auch die Bundesregierung wird den Umgang mit Klärschlamm neu regeln. Demnach soll die bodenbezogene Verwertung der Klärschlämme in der Landwirtschaft reduziert werden und stattdessen aus den Klärschlämmen Phosphor gewonnen werden. In diesem Zusammenhang soll die Verwertung von Klärschlämmen durch Änderung der Klärschlammverordnung (AbfKlärV) neu ausgerichtet werden. Zukünftig, nach einer Übergangsfrist  zum 1. Januar 2025, dürfen Klärschlämme aus größeren Kläranlagen nur dann noch einer Mitverbrennung zugeführt werden, wenn der Phosphorgehalt unter 20 Gramm Phosphor pro Kilogramm liegt, das sind zwei Prozent. Da der Phosphorgehalt von Klärschlämmen in der Regel bei mindestens zweieinhalb Prozent liegt, ist eine Mitverbrennung nur nach vorheriger Phosphor-Entfrachtung möglich. Der Göppinger Klärschlamm wird derzeit über Mitverbrennung entsorgt. Um zum einen die Entsorgungssicherheit zu wahren und zum anderen einen Beitrag zum schonenden Umgang mit endlichen Rohstoffen zu leisten, hat sich die SEG diesem wichtigen Zukunftsprojekt gestellt. Die Rückgewinnung von Phosphor ist aufwendig und läuft im günstigsten Fall irgendwann auf ein finanzielles Nullsummenspiel hinaus. Der im Klärschlamm enthaltene Phosphor soll durch eine Kombination von thermischer Desintegration mit dem Airprex-Verfahren in Form von Magnesium-Ammonium-Phosphat (MAP), einem besonders schadstoffarmen Recyclingdünger für die Landwirtschaft, zurückgewonnen werden. Im Sommer 2019 soll die Göppinger Anlage in Betrieb gehen.

Neu ist die Beziehung zwischen Klärwerk und Landwirtschaft nicht. Der Phosphorgehalt des Klärschlammes ist auch der Grund dafür, weshalb dieser in früheren Zeiten direkt auf die Felder ausgebracht wurde. Infolge der zunehmend enthaltenen Schadstoffe nahm man davon jedoch im Laufe der Jahre Abstand. Nicht jede Verunreinigung ist sichtbar, manche Stoffe werden auf erschreckende Weise anders sichtbar. Die Verweiblichung ganzer Tierarten, die im Wasser leben, lässt immer wieder aufhorchen, verursacht durch Hormone im Wasser, die beispielsweise über Pillenreststoffe ins Flusswasser gelangen. Die Zunahme endokriner, das Hormonsystem ändernder Stoffe und Hormone bereitet zunehmend Sorge. Der Pro-Kopf-Verbrauch an Medikamenten nehme rasant zu, sagt SEG-Betriebsleiter Jochen Gugel, nicht zuletzt aufgrund der älter werdenden Gesellschaft. Doch auch diese Stoffe sollen mittelfristig aus dem Abwasser mittels neuer Techniken herausgefiltert werden. Derzeit wird für die Göppinger Anlage eine Machbarkeitsstudie erstellt, man befindet sich in der Vorplanungsphase. So viel ist allerdings schon klar: Mit einer möglichen Erweiterung werden hohe Investitionen in einer Größenordnung von rund zehn Millionen Euro verbunden sein – Geld, das laut Oberbürgermeister Guido Till in den Umweltschutz und letztendlich in die Gesundheit der Menschen investiert wird. Die Realisierung ist in den nächsten zehn Jahren vorgesehen.

Stadtentwässerung Göppingen erneut rezertiviziert

Die Stadtentwässerung Göppingen SEG bürgt auch in Zukunft für Qualität- und Umweltschutz. Bereits seit 2001 als einer der ersten Entwässerungsbetriebe darf die SEG das Zertifikat für ihr Qualitäts–und Umweltmanagement führen. 
Ein Zertifikat gilt, ähnlich wie bei einer TÜV-Prüfung nur für eine bestimmte Zeit. Ende November 2017 war es wieder soweit. 
Neben den jährlich durchgeführten Systemunterstützungs-Audits muss nach jeweils drei Jahren eine Rezertifizierungsprüfung erfolgen.
Die Auditoren der DQS, der Deutschen Gesellschaft zur Zertifizierung von Managementsystemen mit Sitz in Frankfurt/M. nahmen zwei Tage lang die SEG unter die Lupe. 
Besonders anspruchsvoll war dieses Mal für die SEG, innerhalb eines Jahres das gesamte QUM System auf die umfangreich geänderten QUM –Normen anzupassen.
Neben der Umsetzung von Forderungen der DIN EN Normen  9001 und 14001 wurden bei dem Audit auch die Anstrengungen des Eigenbetriebes für einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess und die Umweltleistung überprüft.  
Die Erfüllung der Normvorgaben des Qualitäts- und Umweltmanagements bedeutet, dass alle umweltrelevanten gesetzlichen Forderungen und Einflüsse berücksichtigt werden, es wird dadurch sichergestellt, das die Organisation planmäßig und regelmäßig alle Prozesse begutachtet und zu verbessern versucht.  
Besonders lobten die Auditoren die Erfolge der SEG bei den Themen Energie und beim Einsatz neuer Technologien. So soll das Klärwerk bis zum Jahr 2020 elektrisch autark sein. In den kommenden Jahren wird im Klärwerk Göppingen eine Anlage zur Rückgewinnung von Phosphor aus Klärschlamm erstellt, weiterhin wurden erste Planungen zum Bau eines  Aktivkohlefilters zur Spurenstoffentnahme bereits getätigt.
Die SEG-Mitarbeiter durften sich erneut über ein gutes Ergebnis freuen und das neue Zertifikat, das bis 2020 gilt in Empfang nehmen.

Am 19. November ist "Welttoilettentag"

Der Eigenbetrieb Stadtentwässerung (SEG) erfüllt die Abwasserbeseitigungspflicht für die Stadt Göppingen und damit eine wichtige Aufgabe der allgemeinen Daseinsvorsorge, zum Schutz der Umwelt und zur Gesundheitsvorsorge.

Die SEG ist zuständig für die Sammlung, Ableitung und Behandlung (Reinigung) des Abwassers und Regenwassers aus dem Stadtgebiet und für die Herstellung, den Betrieb und die Unterhaltung der 320 Kilometer öffentlichen Kanäle, 36 Rückhaltebecken, Pumpwerke, Regenwasser- und Abwasserbehandlungsanlagen. Jeder der über 100.000 Bürger/-innen, die am Klärwerk Göppingen angeschlossen sind, verbraucht durchschnittlich 95 Liter Trinkwasser am Tag und verwandelt es in Abwasser. Am meisten Wasser benötigen die Menschen für Körperhygiene und die Toilettenspülung, immerhin wird diese durchschnittlich sechs Mal am Tag benutzt. So kommen pro Tag circa 50.000 Kubikmeter Abwasser im Göppinger Klärwerk an. Die rund 40 Mitarbeiter/-innen der SEG sorgen mit ihrem Einsatz dafür, dass das Abwasser rund um die Uhr gereinigt und über die Fils wieder in den natürlichen Wasserkreislauf eingebracht werden kann. Im Klärwerk Göppingen wird eine Reinigungsleistung von 97 Prozent erreicht, im betriebseigenen Labor werden diese Werte nach der Vorgabe der Eigenkontrollverordnung (EKVO) ermittelt und überwacht.

Jeder Einzelne kann durch bewusstes Verhalten die Arbeit der Stadtentwässerung erleichtern. Feuchttücher zum Beispiel sorgen dafür, dass Hochleistungs-Pumpen verstopfen und ausfallen, und dadurch hohe Wartungs-und Reparaturkosten erzeugen. Diese Feuchttücher gehören nicht in die Toilette, sondern müssen im Hausmüll entsorgt werden. Auch Lebensmittelreste und Fette dürfen nicht über das WC entsorgt werden, dies kann zu großen Problemen in der Kanalisation führen. Die einzigen, die sich darüber freuen, sind die „Bewohner der Unterwelt“, die Ratten.

Die Stadtentwässerung Göppingen sorgt durch ständige Investitionen in das Kanalnetz und in das Klärwerk für einen hohen technischen Standard. Auch im Bereich Berufsausbildung ist die SEG sehr engagiert, derzeit sind vier Auszubildende im Klärwerk Göppingen beschäftigt und lernen täglich die Reinigung und den richtigen Umgang mit Abwasser. Die Mitarbeiter/-innen der Stadtentwässerung Göppingen wünschen sich zum „Welttoilettentag“ am 19. November einen bewussten Umgang mit der Ressource Wasser.

Qualitätssiegel für Stadtentwässerung

Das Benchmarkingprojekt "Kennzahlenvergleich Abwasser" in Baden-Württemberg ist für das Erhebungsjahr 2012 abgeschlossen. Auf der Abschlussveranstaltung in Leinfelden-Echterdingen wurde das neu eingeführte Siegel "Geprüfte Effizienz" präsentiert und in Form einer Urkunde übergeben. Die Stadtentwässerung Göppingen (SEG) nimmt bereits seit dem Jahr 2008 an einem Benchmarking-Projekt teil und vergleicht sich mit anderen Kläranlagen. Aufgrund einer erfolgreichen Teilnahme am Projekt und einer stetigen Optimierung wurde der SEG das Zertifikat der geprüften Effizienz von Wolfgang Schanz (rechts), Vorsitzender DWA-Landesverband Baden-Württemberg, und Andre Hildebrand (links), Geschäftsführer des Landesverbands, überreicht. Das Zertifikat, das Hubert Weber (Mitte), SEG-Bereichsleiter Verwaltung, entgegen nahm, stellt den Erfolg der Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und Entsorgungssicherheit dar.

Stadt investiert in Abwasserbehandlung

Knapp 400.000 Euro gab die Stadtentwässerung Göppingen (SEG) für ein neues Kanalspülfahrzeug aus, das Oberbürgermeister Guido Till und der technische Betriebsleiter der SEG, Helmut Renftle, vergangene Woche der Öffentlichkeit vorstellten.

Eine ordnungsgemäß betriebene Kanalisation ist neben der Abwasserreinigung im Klärwerk Voraussetzung für den Schutz der Gewässer. Und eine Kanalisation kann ihre Aufgabe nur erfüllen, wenn sie sorgfältig überwacht und gereinigt wird. Dafür setzt die SEG zwei Kanalspülfahrzeuge ein, von denen das Ältere aus dem Jahr 1991 wegen erheblichem Verschleiß nun ersetzt werden musste. Schließlich umfasst die öffentliche Kanalisation in Göppingen eine Länge von circa 310 Kilometern mit Durchmessern von 200 bis 2.800 Millimeter. Hinzu kommen 36 Regenüberlaufbecken mit einem Rückstauvolumen von insgesamt rund 17.900 Kubikmeter.

Oberbürgermeister Guido Till sah den Betrag von knapp 400.000 Euro gut angelegt, da der Dienstleister Stadtentwässerung Göppingen (SEG) damit weiterhin für eine zuverlässige und umweltschonende Abwasserbehandlung sorgen könne. Die Abwasserbehandlung insgesamt sei teuer, aber wichtig, so das Stadtoberhaupt; die schlimmen Krankheiten des Mittelalters seien unter anderem auf die mangelnde Hygiene und die fehlende Abwasserentsorgung zurückzuführen. OB Till dankte den SEG-Mitarbeitern für ihren unermüdlichen Einsatz auch unter widrigen Witterungsverhältnissen und lobte den pflegsamen Umgang mit dem Arbeitsmaterial – sonst hätte das Vorgängerfahrzeug nicht so lange Tag für Tag seinen Dienst tun können.

Das neue Fahrzeug – das Fahrgestell lieferte die Firma Mercedes-Benz in Schwäbisch Gmünd für 104.125 Euro, der 286.693,51 Euro teure Aufbau stammt von der Firma Wiedemann & Reichhardt in Altenmünster – ist mit einer Wasserrückgewinnungstechnik ausgestattet, so dass es in der Regel ohne Trinkwasser betrieben werden kann, wie Marco Dammer, Mitglied der Geschäftsleitung der Firma Wiedemann & Reichhardt, erläuterte.

Helmut Renftle, technischer Betriebsleiter der SEG, umriss die bedarfsorientierte Kanalreinigung, die den jeweiligen Verschmutzungsgrad, also die Schlammablagerung eines Kanals berücksichtigt. Bislang wurde jeder Kanal nach einem festen Turnus von dreieinhalb bis vier Jahre gereinigt; künftig können die Reinigungsintervalle zwischen ½-jährlich und alle zehn Jahre variieren. Dies sei wesentlich ressourcenschonender und kostensparender. Gleichzeitig werde eine übermäßige Rohrbeanspruchung vermieden. 

 

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Typ Name Datum Größe
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