Platz mit Aufenthaltsqualität

Berliner Flair für Göppinger Bahnhofumfeld

Der Bahnhofplatz wird ab kommendem Frühjahr nach den Plänen des Berliner Büros „bbzl“ gestaltet. Viel Freiraum, Bäume und Stadtsofas laden künftig zum Verweilen ein und werten den ersten Eindruck von Göppingen bei Bahnreisenden stark auf. Auch bei den langfristigen Visionen für die Gestaltung des im Westen angrenzenden Umfelds belegten zwei Büros aus der Bundeshauptstadt, „bbzl“ und „TDB“, die ersten Plätze. Die Pläne und Modelle werden bis zum 22. Mai im Rathaus-Atrium gezeigt; beim landesweiten Tag der Städtebauförderung am Samstag, 9. Mai, gibt es um 10, 11, 12 und 13 Uhr jeweils eine Führung durch die Austellung.

Oberbürgermeister Guido Till zeigte sich nach der rund zehnstündigen Sitzung des 23-köpfigen Preisgerichts sehr zufrieden mit dem einstimmigen Ergebnis – und ist angesichts der Einbindung der Fraktionen zuversichtlich, dass der Gemeinderat dem Vorschlag folgen wird. Als südlicher Abschluss der Innenstadt und zugleich Eingang für Bahnreisende kommt dem Bahnhofareal eine starke Bedeutung für die Anbindung an die Altstadt zu. Mit einem zweiphasigen, vom Büro „BÄUMLE Architekten I Stadtplaner“ aus Darmstadt organisatorisch betreuten Wettbewerb suchte die Hohenstaufenstadt nach Ideen für die langfristige Entwicklung des westlichen Bahnhofumfelds und nach konkreten Vorschlägen für die zügige Gestaltung des Bahnhofplatzes. 39 Büros hatten sich an der europaweiten Ausschreibung beteiligt und Konzepte im Maßstab 1:1000 eingereicht. In einer ersten Preisgerichtsrunde wurden Mitte Dezember 15 Büros zur weiteren Bearbeitung ausgewählt, die nun, für das Preisgericht anonym, ihre Entwürfe und Modelle im Maßstab 1:200 bis 1:50 vorlegten.

Beim städtebaulichen Ideenteil für die langfristige Entwicklung des Quartiers westlich des Bahnhofs gab es zwei ähnliche Ansätze, die jeweils einen ersten Preis errangen, eingereicht von „bbzl böhm benfer zahiri landschaften städtebau und IsaPlan Ingenieur GmbH“ sowie „TDB Landschaftsarchitektur“, beide in Berlin ansässig. Die angestrebte städtische Atmosphäre soll die typischen Elemente der Göppinger Innenstadt aufnehmen, also kompakte Baublocks mit dicht stehenden Einzelbauten und einheitlicher Baulinie. Erdgeschossbereiche sollen sich an die Öffentlichkeit wenden und beispielsweise Dienstleistungen aufnehmen. Im Süden, entlang der Bahngleise, wird der zweite städtische Verwaltungssitz, auch als Lärmriegel für die weiter nördlich angrenzende Mischnutzung, als langgestreckter fünfgeschossiger Baukörper platziert. Das Zollgebäude soll nach Möglichkeit erhalten werden; Richtung Westen können sich die Planungsbüros parkähnliche Grünflächen vorstellen. Die nördliche Bebauung, die Innenhöfe als Grünflächen aufweisen soll, kommt für Wohnen und Dienstleistungen, aber auch gewerbliche Nutzungen in Betracht. OB Till machte bei der Vorstellung der Wettbewerbsergebnisse deutlich, dass dieser Ideenteil Anregungen für langfristige Entwicklungsmöglichkeiten beinhaltet, die Grundstücke aber – mit Ausnahme der Fläche für das städtische Verwaltungszentrum – in Privateigentum stehen.

Zügig umgesetzt werden soll hingegen der erstplatzierte Vorschlag aus dem freiraumplanerischen Realisierungsteil für den Bahnhofplatz. „Mit dem Wettbewerb haben wir eine andere Ebene der Stadtplanung erreicht und die Qualität erhöht“, bilanzierte OB Guido Till das Verfahren. Baubürgermeister Helmut Renftle erinnerte an die breite Bürgerbeteiligung, um die Kriterien für die Ausschreibung des Wettbewerbs festzulegen. Der Siegerentwurf von „bbzl böhm benfer zahiri landschaften städtebau und IsaPlan Ingenieur GmbH“ führt mit seiner ruhigen und hochwertigen Gestaltung die Neue Mitte quasi an den Bahnhof heran, fasste Renftle zusammen. Vor der Sommerpause soll der Gemeinderat die erforderlichen Beschlüsse fassen, so die sportliche Zielvorgabe des Baubürgermeisters; zu Jahresbeginn 2016 können dann die Bagger rollen und mit dem Bau der Tiefgarage und anschließend mit der Gestaltung des Bahnhofplatzes beginnen. Dr.-Ing Eckart Rosenberger aus Gerlingen als Vorsitzender des Preisgerichts und Dipl.-Ing Kurt Werner aus Regensburg, ebenfalls Mitglied sowohl im Preisgericht als auch im Gestaltungsbeirat der Stadt, erläuterten die herausragenden Merkmale des Siegerentwurfs. Der Bahnhofplatz wird praktisch autofrei, die Zufahrt zur – von der Stadt vorgegebenen Tiefgarage mit rund 100 Plätzen – optisch zurückhaltend gelöst. Ein gleichmäßig gestalteter Platz, hochwertig ausgebildet wie der Schlossplatz, eröffnet sich vom Bahnhof aus; eine großzügige Überdachung nimmt die Proportionen des Bahnhofs auf und vermittelt so zwischen dem Gebäude und dem Freiraum. Der Blick zum zentralen Verwaltungssitz, zur Villa Gutmann, zum Zentralen Omnibusbahnhof und zur Marktstraße bleibt frei; die bisher frei stehende Villa erhält ihren Garten zurück. Der nördliche Bahnhofplatz nimmt ein mehrteiliges großzügiges Stadt„sofa“ eine Baumreihe und drei Mastleuchten auf; ansonsten wird das Beleuchtungskonzept der Neue Mitte mit Fassadenstrahlern aufgegriffen.

Interview mit Baubürgermeister Helmut Renftle

Ein Videobeitrag der Filstalwelle zum Thema Stadterneuerung in Göppingen.

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