Klare Erwartung an Glasfaserausbau

Zu Monatsbeginn haben die Deutsche Telekom und die Region Stuttgart ihre Absicht erklärt, den Glasfaserausbau rasch voranzubringen. Göppingens Oberbürgermeister Guido Till fordert: „Zuerst müssen die unversorgten Gegenden mit schnellem Internet ausgestattet werden, bevor die Telekom in bereits gut ausgestatteten Gebieten Doppelstrukturen aufbaut.“

Bis zu 1,1 Milliarden Euro will die Deutsche Telekom in den nächsten Jahren in das Gigabit-Netz investieren; die Region Stuttgart mit ihren fünf Landkreisen und 179 Kommunen soll bis zu weitere 500 Millionen Euro, teils auch in Sachleistungen, beisteuern. Bis 2022 sollen, so die gemeinsame Erklärung, 90 Prozent der Unternehmensstandorte in Gewerbegebieten mit einem Glasfaseranschluss bis ins Haus versorgt werden. Allerdings soll es bis 2025 dauern, bis wenigstens jeder zweite Haushalt und alle förderfähigen Schulen angeschlossen sind. Göppingens Oberbürgermeister Guido Till weist demgegenüber darauf hin, dass sich die Städte Göppingen und Geislingen über die Energieversorgung Filstal GmbH & Co KG (EVF) zu 49 Prozent an der imos Gesellschaft für Internet-Marketing und Online-Services mbH (imos) beteiligt haben, um den örtlichen Unternehmen unverzüglich eine schnelle und zuverlässige Datenautobahn anbieten zu können. Bereits jetzt verläuft eine Glasfasertrasse von Aichelberg über Hattenhofen, Schlierbach, Albershausen und Uhingen bis nach Faurndau und Göppingen. „In allen Industriegebieten entlang dieser Trasse wurden von Anfang an Glasfaseranschlüsse für die jeweilige Gewerbeflächen vorbereitet“, erläutert OB Till den Versorgungsgrad. „Jedes an der Glasfasertrasse anliegende Grundstück ist direkt mit einem Glasfaseranschluss versorgbar.“ Angeboten werden Bandbreiten bis zu 10 Gbit/s, redundante und kreuzungsfreie Wegeführungen der Glasfaser-Internetanbindungen und Fallbacklösungen zur Erhöhung der Ausfallsicherheit: Die Verfügbarkeit von bis zu 99,95 Prozent entspricht einer Ausfallzeit von theoretisch vier Stunden pro Jahr. In Göppingen-Faurndau, Göppingen-Stadt und im Stauferpark verläuft bereits das Gigabit-Netz. Auch weitere Gewerbegebiete wie Ursenwang, Jebenhausen-Süd oder Voralb werden von der EVF/imos schon versorgt beziehungsweise momentan erschlossen. Bevor dort von der Telekom, mitfinanziert von der Region und in Konkurrenz zum kommunalen Anbieter, Doppelstrukturen aufgebaut werden, müssen zunächst die noch bestehenden Versorgungslücken auch in weniger Kunden-intensiven Gegenden geschlossen werden, fordert Göppingens Stadtoberhaupt. „Es kann nicht sein, dass wir als Stadt die wirtschaftlich unattraktiven Randlagen – mit weiten Wegen und wenigen Abnehmern, wie zum Beispiel in Lenglingen – versorgen, während die großen Anbieter die lukrativen Innenstädte – mit kurzen Wegen und vielen Abnehmern – bedienen“, stellt OB Till unmissverständlich klar. „Aus unserer bisherigen Erfahrung heraus können wir uns am stärksten auf unseren eigenen Versorger verlassen.“ Denn Guido Till will den schnellen Datenverkehr schnellstmöglich nicht nur für die Gewerbegebiete, sondern auch für die Selbstständigen, Freiberufler und für die Privathaushalte. Wenn aus der Absichtserklärung bis Jahresende ein Vertrag werden soll, muss verbindlich vereinbart werden, dass sich die Telekom zuerst um alle unversorgten Gebiete kümmert. Schließlich wird das 1,6-Milliarden-Euro-Volumen zu einem Drittel kommunal finanziert.

Mit seinem Engagement in Sachen Digitalisierung – und seiner klaren Forderung an die Telekom – steht Göppingen nicht allein: Mehr als 150 kommunale Unternehmen engagieren sich im Breitbandausbau. Denn eine hochleistungsfähige und flächendeckende Breitbandinfrastruktur gehört zur modernen Daseinsvorsorge bis in ländliche Regionen hinein. Nur so bleiben die Städte und Dörfer attraktive Wirtschafts- und Lebensstandorte. Dennoch wurde der Geschäftsführer des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) Dr. Tobias Bringmann dieser Tage in einigen Medien skeptisch zum Thema Glasfaserausbau durch Telekom und Region wiedergegeben: Die Telekom verteidige ihr Monopol und überbaue lieber die bereits vorhandenen Glasfaserkabel der Städte, statt mit diesen zu kooperieren.

  

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