welcome to europe – Geschichten vom Fliehen und Ankommen

Ein Theaterabend über Ängste, Flucht, Ablehnung, Verletzung der Menschenrechte, aber auch über Widerstand, Mitgefühl, Engagement, Hoffnung auf Einhaltung der Menschenrechte.

Vielleicht fragt sich manch einer, was ein Theaterabend zu diesem Thema bewirken kann? „Sehr viel“ ist die Überzeugung der Akteure vom Theaterteam „Kultureller Zwischenraum“. Dass Kunst Empathie erzeugt und über andere Sinne zu wirken vermag als Medienberichte oder Vorträge, beweist die Aufführung von „welcome to europe Geschichten vom Fliehen und Ankommen“ auf eigene Weise. Mehrere Monate hat das Heilbronner Team dazu recherchiert, Material gesammelt, Interviews geführt. Aus historischen Quellen, bildenden und darstellenden Künsten, Poesie sowie authentischen Lebensgeschichten schöpfte die Autorin, Übersetzerin und Regisseurin Elina Finkel und formte den Theatertext. Die beiden Schauspielerinnen Cosima Greeven und die aus Göppingen stammende Natasa Rikanovic entwickelten gemeinsam mit dem Regisseur und Dramaturgen Christian Marten-Molnar ein atmosphärisch dichtes Theaterstück. Neben den Schauspielerinnen spielen auch menschengroße Metallpuppen wie auch Handpuppen mit. Insofern nennt sich „Geschichten vom Fliehen und Ankommen“ zu Recht auch ein Figuren- und Objekttheaterstück. „Wehe dem Fliehenden, Welt hinaus ziehenden Fremde durchmessenden, Heimat vergessenden…“ Leise und poetisch beginnt der Theaterabend mit dem Lied Franz Schuberts. Als es 1828 entstand, blickten die Menschen in Europa auf drei Jahrzehnte verheerender Kriege, Hungersnöte und Umstürze zurück. Millionen waren auf der Flucht. Und nicht einmal 70 Jahre ist es her, dass der Zweite Weltkrieg wiederum Millionen Menschen zu Flüchtlingen und Vertriebenen machte. In Bildern, Liedern, bitter-bös-satirischen Dialogen und mit Figurentheater setzt sich die Inszenierung mit Flucht und Ankunft in der Gegenwart und Vergangenheit aus vielen Gegenden der Erde auseinander. Bewegende „Geschichten vom Fliehen und Ankommen“ erzählen die beiden Schauspielerinnen und ihre Figuren. Die Schicksale derer, die heute eine gefahrenvolle Flucht wagen, berühren genauso wie die der Auswanderer aus dem Herzogtum Württemberg in früheren Jahrhundert, oder die Flucht deutscher Juden in der Zeit des Faschismus und Lebensberichte der Flüchtlinge während und nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Inszenierung wirft vielschichtige Fragen auf: Wie ist es aus einer hoffnungslosen Lebenssituation aufbrechen zu müssen? Auf der Flucht zu sein? Im Unbekannten anzukommen? Die Aufführung in Göppingen ist eine Kooperationsveranstaltung der Integrationsbeauftragten und des Kulturreferats mit dem Arbeitskreis Christlich-Islamischer Dialog. Die Veranstaltung wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms "Demokratie leben!" gefördert.

Die einstündige Vorstellung mit Musik und anschließendem Gespräch findet statt am Donnerstag, 26. November, um 20 Uhr im Alten E-Werk, Mörikestraße 18, Göppingen; der Eintritt ist frei.

(Erstellt am 19. November 2015)
  

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