Offen für erlebte Vielfalt

Von Freitag, 23. September, bis Sonntag, 9. Oktober, finden zum 27. Mal die Interkulturellen Wochen in Göppingen statt, die - wie im Vorjahr - unter dem Motto „#offengeht“ stehen. Das bunte Programm mit 20 Veranstaltungen wurde von einem Netzwerk aus Göppinger Kulturvereinen, Institutionen, Verbänden, Kirchen- und Moscheegemeinden sowie Schulen und Initiativen geplant.

Aufgrund der anhaltenden Situation in der Ukraine stehen die interkulturellen Wochen mehr denn je für den Erhalt von Frieden und dem interkulturellen Engagement der Menschen. Oberbürgermeister Alex Maier betont: „In Göppingen dürfen wir erleben, wie viele Familien ihre Türen und Herzen geöffnet haben, um ukrainischen Menschen auf der Flucht ein Zuhause zu bieten.“ Für deren Einsatz und Engagement wolle sich das Stadtoberhaupt ausdrücklich bedanken. „Die Interkulturellen Wochen finden bereits seit 1995 in Göppingen statt. In diesem Jahr feiert unsere vielseitige Veranstaltungsreihe sein 27-jähriges Bestehen mit über 20 Veranstaltungen. Sie sind ein Raum der Ermutigung, in ihrem Rahmen gelingt es immer wieder zu zeigen, dass Vielfalt keine Gefahr birgt, sondern eine Chance, die gefeiert werden darf.“, so OB Maier.

Angeline Fischer koordiniert die Interkulturelle Wochen: „Bei den Interkulturellen begegnen sich Menschen, die seit Generationen hier leben oder gerade erst in Göppingen angekommen sind. Es ist immer wieder schön zu sehen, wie im gemeinsamen Erleben von Kultur und im Gespräch miteinander ein Gefühl der Zusammengehörigkeit wächst.“

Das Motto „#offengeht“ beschreibt eine Grundeinstellung für Frieden und Freiheit, und so lädt auch das Angebot der Interkulturellen Wochen zum offenen, friedlichen, respektvollen Miteinander ein: zu einer Feier der Vielfalt der Gesellschaft. Das Angebot der 27. Interkulturellen Wochen reicht von Festen über Musik, Literatur, Kabarett und Kunst bis zu Bildungsangeboten, Führungen und Diskussionsrunden.

Eröffnung auf dem Marktplatz

Am Freitag, 23. September, setzt eine multireligiöse Feier um 17 Uhr auf dem Marktplatz ein Zeichen für ein respektvolles Miteinander unter den monotheistischen Religionen, bevor um 18 Uhr ebenfalls auf dem Marktplatz Oberbürgermeister Alex Maier feierlich die 27. Interkulturellen Wochen eröffnet – musikalisch umrahmt von Beyza Nalbantoğlu (Oud) und Nurefsan Çolak (Qanun). Geplant sind außerdem eine Aktion des Netzwerks „GemeinsamINGöppingen“, Breakdance, Musik von Jugendlichen sowie zum Ausklang ein Konzert mit brasilianischer Musik. Internationale Snacks verschiedener kultureller Vereine sorgen für das leibliche Wohl.

Vielseitiges Programm

Von Freitag, 23. September, bis Sonntag, 9. Oktober, werden in der Stadtbibliothek Bilder von 18 Mädchen unterschiedlichster Herkunft aus der Haierschule und der Schiller-Grundschule in Faurndau zum Thema Kinderrechte ausgestellt – ein Projekt der SOS Kinder- und Jugendhilfe.

Am Mittwoch, 28. September, ist um 19 Uhr in der Stadtkirche der Afghanistan-Experte Wolfgang Bauer zu Gast. Er liest aus seinem Buch „Am Ende der Straße. Afghanistan zwischen Hoffnung und Scheitern“. Das anschließende Gespräch moderiert Helge Thiele von der NWZ. (Achtung: Im gedruckten Flyer ist für diese Veranstaltung irrtümlicherweise der 29. September angegeben.)

Die „Living Library“ bietet am Donnerstag, 29. September, von 16 bis 18 Uhr in der Stadtbibliothek die Gelegenheit, sich mit Personen aus verschiedenen Kulturen und mit unterschiedlichen Lebenserfahrungen über deren Haltung, Engagement, Beruf und Herkunft auszutauschen.

Am Freitag, 30. September, findet von 13 bis 20:30 Uhr an der Herman-Hesse-Realschule ein Streetfood-Picknick statt. Dort kann man beliebte Internationale Fingerfood-Gerichte der Schüler*innen und Eltern probieren.

Am Samstag, 30. September, kann man um 20 Uhr bei „ODEON“ im Alten E-Werk den Danko Rabrenović mit seinem Programm „Solo & Allein“ erleben: eine Performance zwischen Konzert, Lesung, Stand-up und Kabarett über ein Leben zwischen zwei Heimaten.

In den Räumlichkeiten des Rumi Kulturforums wird am Samstag, 1. Oktober, von 14 bis 17 Uhr dazu eingeladen, Kunst selbst machen: Unter künstlerischer Anleitung können Techniken wie Kalligraphie, Filographie und Ebru-Kunst ausprobiert werden. 

Resilienzcoach Melek Bagran unterrichtet am Sonntag, 2. Oktober, von 14 bis 17.30 Uhr ehrenamtlich Engagierte in der Kulturarbeit und Multiplikatoren. Durch Übungen und Gruppendiskussionen lernen sie Techniken zur Entwicklung von Resilienz, zur Schaffung von Grenzen und zur Aufrechterhaltung der Motivation. 

Zum Tag der offenen Moschee öffnen auch die Göppinger Moscheen am Montag, 3. Oktober von 14 bis 18 Uhr ihre Türen und stehen für Gespräche zum Islam bereit. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, an der 4. Interreligiösen Bustour der Stadt Göppingen teilzunehmen (Abfahrt: 14:15 Uhr, Bushaltestelle Friedrichstraße). Stationen sind das Evangelische Gemeindehaus Göppingen-Faurndau mit Mitgliedern der Aramäischen Gemeinde, die Michael-Kirche (mit Führung) sowie die Villa Butz. Dort werden Traditionen und religiöse Praktiken der Ahmadiyya-Muslime vorgestellt. 

An was glaubst du? Um diese Frage geht es bei der Mitmachlesung für Kinder ab sieben Jahren mit Martina Ürek am Dienstag, 4. Oktober um 17 Uhr in der Stadtbibliothek. Die Helden ihrer Geschichte sind drei Katzen, drei Religionen und eine Stadt, die sie vereint: Istanbul. 

Am Mittwoch, 5. Oktober, um 17 Uhr findet zum ersten Mal in Göppingen eine Stadtführung in Farsi und Arabisch statt, um Menschen dieser Muttersprachen die Möglichkeit zu bieten, die Stadt besser kennenzulernen (Treffpunkt und Abschluss: Bürgerhaus).

Eine Premiere im Rahmen der Interkulturelle Wochen ist ein Französischer Markt, der von Donnerstag, 6. Oktober, bis Samstag, 8. Oktober, jeweils von 9 bis 19 Uhr auf dem Göppinger Spitalplatz stattfindet, mit französischen Produkten an rund zehn Ständen.

Zum Abschluss der Interkulturellen Wochen treffen sich am Sonntag, 9. Oktober, zwischen 10 und 12 Uhr Frauen aus aller Welt zum Frühstück im Alten E-Werk. Göppingens Erste Bürgermeisterin Almut Cobet spricht ein Grußwort.

Interkultur vor und nach den Interkulturellen Wochen

Bereits vor dem offiziellen Startschuss zu den Interkulturellen Wochen am 23. September finden spannende Veranstaltungen statt: Am Mittwoch, 14. September, startet das Haus der Familie mit einem fortan wöchentlich stattfindenden Sprachfrühstück für Frauen (mit Kinderbetreuung), bei dem man im Gespräch über Alltagsthemen die deutsche Sprache und einander besser kennenlernen kann.

Am Montag, 19. September, findet um 18 Uhr in der Stadthalle die Einbürgerungsfeier mit Landrat Edgar Wollf statt – für zahlreiche Frauen, Männer und Kinder ausländischer Herkunft, die im Landkreis Göppingen eine neue Heimat gefunden haben. Die Gäste erhalten eine schriftliche Einladung.  

Und auch nach der Kernzeit der Interkulturellen Wochen gibt es weitere Veranstaltungen, die das Thema Interkultur fortführen. So wird am Samstag, 15. Oktober, um 15 Uhr in der Stadtkirche das Afrika-Fest gefeiert: Von Trommelworkshops über kreative Mitmachaktionen bis hin zu Ständen mit afrikanischem Street Food und typischer lokaler Kleidung, dazu wird Livemusik gespielt. Eine Exkursion mit Führung zur Stuttgarter Synagoge findet am Samstag, 29. Oktober, von 18.15 bis 21 Uhr statt.

Gläubige stehen in schweren Zeiten zusammen

Bevor am Freitag, 23. September, um 18 Uhr die Interkulturellen Wochen Göppingen 2022 auf dem Marktplatz eröffnet werden, laden bereits um 17 Uhr die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) und das Christlich-Islamische Gespräch (CIG) zu einer multireligiösen Feier.

Göppingen ist der Zeit zwei Tage voraus. Denn während der bundesweite Auftakt zu den 47. Interkulturellen Wochen erst am Sonntag, 25. September, in Heidelberg vorgesehen ist, fällt in der Hohenstaufenstadt bereits am Freitag, 23. September, der Startschuss zu den 27. IKW Göppingen. Beiden Eröffnungsfeiern gemeinsam ist der religiöse Beginn: In Heidelberg wird anfangs ein Openair-Gottesdienst gefeiert; in Göppingen beginnt am 23. September um 17 Uhr eine multireligiöse Feier auf dem Marktplatz. Diese multireligiöse Feier unter dem Motto „Wir sind bunt“ setzt ein Zeichen für ein respektvolles Miteinander der monotheistischen Religionen. Die Vertreter*innen der jüdischen, verschiedener christlichen und islamischen Glaubensgemeinschaften sprechen gleichrangig ihre Glaubenstexte und Gebete. Sie feiern in aller Unterschiedlichkeit und ohne Andersgläubige zu vereinnahmen ihren Glauben an einen Gott mit Texten und Musik. Christliche, jüdische und muslimische Gläubige treten Miteinander für Verständigung, für Frieden und Offenheit ein, ganz wie es das Motto der IKW 2022 #offengeht beschreibt. Denn Gott ist für alle Menschen offen, so verschieden sie auch sein mögen. Musikalisch umrahmt wird die Feier von Bläsern unter der Leitung von Gerald Buß und dem Sazspieler Zeynel Canpolat; der Eintritt ist frei.

Hintergrund

Die bundesweit jährlich stattfindenden Interkulturellen Woche (IKW) sind eine Initiative der Deutschen Bischofskonferenz, der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Griechisch-Orthodoxen Metropolie. Sie findet seit 1975 Ende September statt und wird von Kirchen, Kommunen, Wohlfahrtsverbänden, Gewerkschaften, Integrationsbeiräten und -beauftragten, Migrantenorganisationen, Religionsgemeinschaften und Initiativgruppen unterstützt und mitgetragen. In mehr als 500 Kommunen werden rund 5.000 Veranstaltungen durchgeführt.

(Erstellt am 14. September 2022)
  

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