Buntes Spiegelbild der Stadt

Vier Tage lang begeisterte ein vielfältiger, bunter und fröhlicher Maientag – Spiegelbild der Stadt, wie Oberbürgermeister Guido Till in seiner Ansprache betonte. Schon beim Einsingen am Freitagabend hob der Unterstufenchor der Hermann-Hesse-Realschule die Vielfältigkeit des (Schul)-Lebens hervor und forderte das Publikum dazu auf, nicht aufzuhören, von einer besseren Welt zu träumen.

„Endlich, endlich wieder Maientag“ begrüßte Oberbürgermeister Guido Till am Samstagmorgen Tausende von Festzug-Zuschauern in der Göppinger Innenstadt. „Unser Göppinger Maientag ist als Friedensfest nach dem Ende des schrecklichen 30-jährigen Krieges entstanden. Und auch heute steht unser Maientag für ein friedliches und fröhliches Miteinander, für ein respektvolles Miteinander von verschiedenen Nationalitäten und unterschiedlichen Kulturen in unserer Stadt. Und darauf bin ich stolz, darauf dürfen wir alle gemeinsam stolz sein!“ Doch nicht beim farbenfrohen Fest leben die Göppinger/-innen friedlich miteinander, sondern auch im Alltag – „Wohnungstür an Wohnungstür, Büro an Büro, Drehbank an Drehbank.“ Dabei sind unsere Kinder Vorbilder für uns Erwachsene, so das Stadtoberhaupt weiter: „Ob in den Kindertageseinrichtungen oder auf den Bolzplätzen, überall spielen unsere Kinder ganz selbstverständlich und ohne Vorurteile miteinander.“ Wenn sich auf dem Spielplatz am Schlosswäldle ein fünfjähriges Mädchen, dessen Familie schon seit Generationen in Göppingen heimisch ist, und ein fünfjähriger Junge, dessen Eltern als Gastarbeiterkinder aus Italien hierher kamen, und ein fünfjähriges Mädchen, das mit seiner Familie vor drei Jahren aus dem Irak zu uns geflohen ist – wenn sich diese drei Kinder unterhalten, muss man schon sehr genau hinhören, um unter dem Schwäbischen noch den Klang der Muttersprache zu erkennen. „Unsere gemeinsame Sprache verbindet uns, und das gilt ganz besonders für unsere Kinder. Deshalb unternehmen wir große Anstrengungen, dass die Kinder in den Kitas die deutsche Sprache lernen können“, so Till. „Sprachförderung ist ein bedeutender Schlüssel für das weitere Leben, beruflich wie gesellschaftlich.“
Zuzuhören lohnt sich auch, wenn die Kinder von ihren Zukunftsplänen berichten. Wenn das Mädchen aus dem Irak beispielsweise Architektin werden möchte, um viele Wohnungen zu bauen, damit ihre Familie und andere auch schön wohnen können, ‚natürlich mit so einem tollen Spielplatz wie im Schlosswäldle, und unsere Villa Regenbogen muss natürlich auch bei den neuen Häusern gebaut werden. Nur unsere Ramona, die geben wir nicht her, die behalten wir‘. Ein größeres Kompliment können unsere Kinder ihren Erzieher/-innen kaum machen, dankte OB Till allen Erzieher/-innen, die sich so liebevoll um unsere Kinder kümmern. Die Stadt schafft die vielen, vielen Kita-Plätze, um den Eltern die Wahlfreiheit zu lassen, ab wann nach der Geburt ihres Kindes sie wieder berufstätig werden möchten – die Vereinbarkeit von Familie und Beruf hat bei uns ganz hohe Priorität. „Gleichzeitig aber haben wir neben der Anzahl vor allem größten Wert auf die Qualität der Kita-Plätze gelegt.“
Auf Erfolgen dürfen und werden wir uns aber nicht ausruhen, versprach der Rathauschef. Angestrebt werden weitere KiTa-Gruppen, die nächsten in Räumen der Haierschule und der Ursenwangschule. „Wir wollen, dass unsere Kinder in einer Umgebung groß werden, in der sie sich wohlfühlen können, wo sie sich entwickeln und entfalten können. Wir werden daher an der Sanierung unserer KiTas und unserer Schulen mit Hochdruck weiter arbeiten.“ Und auch die Qualität im Bereich der Schulkindbetreuung wird kontinuierlich verbessert, zum Beispiel mit einem höheren, definierten Betreuungsschlüssel. „Wir wollen mehr Fachkräfte an allen Standorten einsetzen und die pädagogische Leitung mit Fachkräften besetzen“, umriss OB Till.
Dann kam Till zurück zu den spielenden Kindern. Der Junge des Trios möchte Computerspezialist werden, weil sein großer Bruder, der schon lange zur Schule geht, mit seiner Klasse im NwT-Bildungshaus Autos programmieren darf – ‚und das ist ganz toll‘. Damit, so OB Till, wird frühzeitig Technik-Begeisterung bei unseren Kindern, bei unserer Jugend, geweckt. „Und diese Technik-Begeisterung brauchen wir, sichern hoch moderne Arbeitsplätze doch unseren Wohlstand.“ Und das dritte Kind im Bunde, das fünfjährige Mädchens möchte zur Polizei, wie der Papa. In Göppingen genießt die Polizei hohes Ansehen, fuhr Till fort. „Göppingen ist ein traditionsreicher Polizei-Standort, und unsere Polizeieinheiten tragen stark zum Sicherheitsgefühl bei.“

Teilhabe - Mitmachen

„Wer bei uns heimisch werden möchte, wer sich bei uns in der Gesellschaft, in den Vereinen, im Sport oder in der Musik, einbringen möchte, der ist uns herzlich willkommen“, erklärte Oberbürgermeister Guido Till weiter. Dabei sind die Spielregeln, die für alle gelten, zu beachten: Erstens: Die Achtung jedes Menschen, der Respekt vor jeder Person, unabhängig von Religion und Geschlecht, von Herkunft und Hautfarbe. Zweitens: Die Anerkennung unserer Grundwerte, unseres Grundgesetzes, unserer freiheitlichen Demokratie mit Meinungs- und mit Glaubensfreiheit. Drittens: Das Erlernen unserer deutschen Sprache als Voraussetzung für eine erfolgreiche Teilhabe am Leben in Göppingen. Und viertens: Die Bereitschaft, im Rahmen der jeweiligen persönlichen Möglichkeiten Leistung zu erbringen. „Denn Teilhabe bedeutet auch Mitmachen. Und wie dieses Mitmachen, über alle Kulturgrenzen hinweg, im Alltag funktioniert, das bewährt sich jeden Arbeitstag aufs Neue in unseren Firmen – sei es in der Montage im klassischen Maschinenbau, sei es mit weltweiter Internet-Software.“ Wir arbeiten mit Menschen in aller Welt zusammen; viele Göppinger/-innen haben eine Zeitlang selber im Ausland gearbeitet und die dortige Kultur kennen gelernt. „Auch diese weltweiten Verbindungen, seien sie nun wirtschaftlicher Art wie bei unseren Betrieben, oder kultureller Art, wie bei unserer Jugendmusikschule, die schon auf fast allen Kontinenten dieser Welt musiziert hat, diese internationalen Verbindungen prägen den weltoffenen und zutiefst liberalen Geist in unserer Heimatstadt Göppingen mit.“ Ausdrücklich dankte OB Till allen Mitwirkenden und Beteiligten an diesem stimmungsvollen Fest – es ist für uns in Göppingen gelebte Tradition. „Wir können mit Fug und Recht stolz sein auf unseren Maientag!“

Nachhaltigkeit

„Wir werden die, in der jüngeren Vergangenheit vermehrt geäußerten, Sorgen unserer jungen Generation ernst nehmen“, sicherte Oberbürgermeister Guido Till zu. „Wir wissen, dass wir die Entwicklung unserer Stadt, unserer Heimat, nicht nur ökonomisch, sondern auch nachhaltig ökologisch gestalten müssen. Wir werden darüber noch deutlicher sprechen müssen – auch in Formen, die bislang nicht Verwaltungsstandard, aber jugendgemäß sind.“ Wie stark das Thema die junge Generation beschäftigt, zeigte der nachfolgende Festumzug: Das Freihof-Gymnasium etwa prangerte bildhaft die Überflutung des Meeres mit Plastikmüll an. 

  

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