Biografie Paul Engel

Auch wenn der Schwerpunkt der Materialien auf Paul Engels Kriegstagebüchern liegt, die er als Soldat im Ersten Weltkrieg anfertigte, so soll im Folgenden der Versuch unternommen werden, ihn ganzheitlich darzustellen und auch außerhalb seiner Militärtätigkeit zu erfassen. Informationen aus dem privaten und beruflichen Leben helfen dabei, ihm nicht ausschließlich die Rolle des Soldaten zuzuweisen, sondern darüber hinaus als einen Menschen vorzustellen, mit dem sich ein jeder identifizieren kann. Hierzu übergab dessen Enkel viele persönliche Dokumente und einen reflektierten Erinnerungsbericht über den Großvater.

Paul Robert Engel kam am 13.7.1895 in Göppingen als Sohn des Fabrikarbeiters Johann Paul Engel und Anna Maria, geb. Leonhardt, zur Welt. Er wuchs mit zwei Geschwistern auf: Sein älterer Bruder hieß Wilhelm und war später als Prokurist bei der Firma Gebrüder Schmohl tätig. Der jüngere Bruder Gotthold arbeitete als Volksschullehrer in verschiedenen Orten auf der Schwäbischen Alb. Die Familie war evangelischer Konfession und lebte in Göppingen.
Er heiratete in Göppingen Else Krügler. Sie hatten einen Sohn namens Günther, der 1929 geboren wurde.
Paul Engel absolvierte eine kaufmännische Lehre bei der Firma Gustav Munz. Vermutlich trat er 1913 in die Firma Schuler ein und avancierte später zum Leiter der Rechnungsabteilung. Herausragend ist sein Engagement als Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat in den 1950er Jahren.
Neben den beruflichen und familiären Verpflichtungen war er ein leidenschaftlicher Kreativkopf: Er verfasste in seiner Freizeit viele Gedichte, die durchaus ernstzunehmende Geistesschöpfungen waren. Aktiv war Paul Engel in vielen Vereinen: Bei Frisch Auf, bei der Feuerwehr und bei den Naturfreunden. Außerdem unterstützte er die Arbeitsgruppe „Kampf dem Atomtod“.

Während des Zweiten Weltkriegs versteckte er geistesgegenwärtig seinen Sohn bei Verwandten in Hohenstaufen, damit dieser nicht noch zum Volkssturm eingezogen werden konnte.
Sein Enkel erinnert sich im Rückblick an Paul Engel an einen äußerst geselligen und ebenso politischen Menschen. Im Haus waren unentwegt Besucher, die die Unterhaltungskünste Paul Engels sehr zu schätzen wussten. Stets ging er pünktlich am Erscheinungstag der neuen Ausgabe des „Spiegel“ zum Kiosk, um rechtzeitig das neueste Exemplar zu kaufen. In den Tageszeitungen markierte er sich regelmäßig die wichtigsten Artikel. Als Willy Brandt 1972 zu einem Auftritt in die Hohenstaufenhalle nach Göppingen kam, war dort auch Paul Engel mit seinen beiden Brüdern unter den Zuschauern.
Noch heute beschreibt sein Enkel den am 21.6.1977 verstorbenen Paul Engel als immer witzigen, unorthodoxen Menschen.

  

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