Caroline Märklin (1826-1893)

Im Zeitalter des wirtschaftlichen und sozialen Umbruchs, hervorgerufen durch die Erfindung der Dampfmaschine und der Eisenbahn, liegen die Gründungsspuren der Firma von Theodor Friedrich Wilhelm Märklin. 1840 kam der Flaschnergeselle nach Göppingen, um bei der Metallwarenfabrik Rau einer Beschäftigung nachzugehen. 1856 schied er dort aus und beschloss, seine eigene Werkstatt zu gründen, wozu zunächst das Bürgerrecht der Stadt Göppingen erworben werden musste. Nur ein Jahr später starb seine erste Ehefrau. Wiederum ein Jahr später lernte Märklin Caroline Hettich kennen, die er 1859 ehelichte. Noch im selben Jahr begann die Firma in der Grabenstraße 56 mit der Herstellung von Spielzeug, vor allem für die in Mode kommenden Puppenküchen. Caroline Märklin unternahm schließlich eine Vielzahl von Reisen durch Süddeutschland und die Schweiz, um auf diesem Wege die hergestellten Kinderkochherde und Puppengeschirre zu vertreiben.

Doch mitten im Aufbau der Firma starb Wilhelm Märklin infolge eines Unfalls im Alter von 49 Jahren. Es lag nun an Caroline Märklin, mit viel Geschäftssinn das Unternehmen am Leben zu halten und daneben die vier minderjährigen Kinder, nämlich Sophie Maria aus des verstorbenen Gatten erster Ehe sowie die drei eigenen Söhne zu versorgen. 1868 heiratete Caroline Märklin in zweiter Ehe Julius Eitel, der als Flaschnermeister im Betrieb von Friedrich Wilhelm Märklin angestellt war und somit zur Rettung des Unternehmens beitrug. Doch die Ehe stand unter keinem guten Stern, sodass Julius Eitel 1886 keine andere Möglichkeit mehr als den Freitod sah. Wiederum trug Caroline Märklin ganz allein die geschäftliche Last auf ihren Schultern. 1888 überschrieb sie das Unternehmen ihren Söhnen Eugen und Carl, welche eine offene Handelsgesellschaft als „Gebrüder Märklin, Spiel- und Metallwarengeschäft mit Fabrikation in Göppingen“ in das Handelsregister eintrugen ließen. Die beiden Teilhaber brachten dank ihrer Ausbildung als Kaufmann bzw. Metalldrücker die besten Voraussetzungen mit, um die Firma zu leiten. Sie modernisierten das Unternehmen, indem sie einen gasbetriebenen Motor mit Transmission integrierten, neue Drehbänke installierten und neue Pressen aufstellten. Auf diese Weise kam man schnell an seine baulichen Kapazitäten, sodass schließlich 1891 die abgetrennte Seite des Nachbarhauses Grabenstraße 58 erworben wurde.

Caroline Märklin verstarb am 2. Dezember 1893 im 68. Lebensjahr. Ihre Söhne Carl und Eugen übernahmen die Leitung, nannten das Unternehmen von nun an „Fabrik hochfeiner Metallspielwaren Gebrüder Märklin“ und führten es zu großem Weltruhm.