Heinrich Sontheim

Der berühmteste Sohn Jebenhausens ist der 1820 geborene Kammersänger Heinrich Sontheim. Von 1851 an war er Hofsänger an der Stuttgarter Oper, wo er 22 Jahre lang in vielen Rollen brillierte. Große Triumphe feierte der „Kaiser der Tenöre“ bei zahlreichen Gastspielen in Wien und anderen Hauptstädten Europas.

Wenn er in Jebenhausen weilte, sang er in „seiner“ Synagoge und ab und an trat er auch in Göppingen im Saal des Hotels „zu den 12 Aposteln“ oder im „Sand“ auf. Einmal hatte ein junger Pianist Sontheim gebeten, bei einem seiner ersten Konzerte mitzuwirken. Der Meistertenor sagte zu, das Ereignis wurde publik gemacht, doch war der große Künstler bisweilen recht unzuverlässig. Mehrmals wurde die Veranstaltung plakatiert, mehrmals musste sie abgesagt, sein Fernbleiben mit „Unwohlsein“ entschuldigt werden. Als Sontheim dann endlich im „Apostel“ abgestiegen war, waren erst 15 Karten verkauft, der Pianist ratlos. Da schickte Sontheim den Stadtbüttel los, um vor allem in den besseren Wohnviertel folgendes mit Trommelwirbel zu verkünden: „Eine brillantbesetzte Vorstecknadel ging dem soeben von Stuttgart kommenden Hofkammersänger Sontheim verloren. Der redliche Finder möge sie im Gasthof Apostel abgeben.“ So verbreitete sich die tatsächliche Anwesenheit Sontheims schnell und der Konzertabend war gerettet.

Seinen Lebensabend wollte Heinrich Sontheim in seiner erbauten Villa Wieseneck als Jäger und Pferdezüchter verbringen. Doch zog es ihn bald wieder zurück auf die große Bühne. Seine Abschiedsvorstellung gab Sontheim schließlich erst 1890.

Heinrich Sontheim verstarb am 2. August 1912 in Stuttgart, wo sich bis heute sein Grab befindet.