Hermann Hesse (1877-1962)

Glückliche und schwierige Zeiten erlebte Hermann Hesse in Göppingen und Bad Boll. Im Februar 1890 kommt der zwölfjährige Hermann Hesse zur Vorbereitung auf das Landexamen in Stuttgart nach Göppingen in die dortige Lateinschule des Rektors Otto Bauer (1830-1899). Ein Erlebnis aus dieser Zeit hat er in der Erzählung "Der Lateinschüler" gestaltet und später auch im "Glasperlenspiel" verarbeitet.

Nach dem siebenmonatigen Aufenthalt in der Klosterschule Maulbronn (1892) bringen ihn seine Eltern nach Bad Boll. Sie erhoffen von Christoph Blumhardt (1842-1919), dem Leiter des religiösen Erweckungs- und Heilungszentrum, Hilfe und das Herausfinden des "eigentlichen Grundes seiner Missbildung", d.h. seines eigensinnigen Verhaltens, das ihn zur Flucht aus dem Seminar in Maulbronn bewogen hatte. Ein missglückter Selbstmordversuch des 14-jährigen setzt aber schon nach 14 Tagen dem Aufenhalt in Bad Boll ein rasches Ende und Hermann wird in der Heil- und Pflegeanstalt Stetten im Remstal untergebracht. 

Kurzbiografie des Nobelpreisträgers:

1877


Am 2. Juli wird Hermann Hesse in Calw/Württemberg geboren. Die Eltern, Johannes Hesse und Marie      Gundert, lebten als Missionare in Indien.

1881 - 86

Familie Hesse lebt in Basel, nimmt die Schweizer Staatsbürgerschaft an.

1886 - 92

Schulbesuch in Calw und Göppingen, Seminarist im evangelischen Klosterseminar Maulbronn. Der Vater beantragt 1890 für Hesse als Einzigem in der Familie die württembergische Staatsangehörigkeit. 

1892

Hesse im Heilinstitut für Patienten mit "seelischen Störungen" in Bad Boll. Nach einem Selbstmordversuch wird er für drei Monate in die Nervenheilanstalt Stetten im Remstal gebracht.

1895 - 98

Buchhändlerlehre in Tübingen.

1898

Gedichtband "Romanische Lieder" als erste Buchveröffentlichung.

1901

Siebenwöchige Italienreise.

1904

Heirat mit Maria Bernoulli. Umzug nach Gaienhofen am Bodensee. 

1906

Veröffentlichung von "Unterm Rad".

1911

Reise nach Ceylon und Indonesien mit dem Maler Hans Sturzenegger.

1912

Hesse zieht mit seiner Familie in die Schweiz nach Bern.

1914

Bei Kriegsbeginn meldet sich Hesse freiwillig, wird aber als dienstuntauglich zurückgestellt. Im November 1914 erscheint sein erster Zeitungsaufruf gegen den Krieg.

1916

Beginn einer psychoanalytischen Behandlung.

1919

Trennung von der Familie. Hesse zieht in das Tessin nach Montagnola in die Casa Camuzzi. Beginn seiner Tätigkeit als Maler und Zeichner. Veröffentlichung des "Demian".

1922

Veröffentlichung "Siddharta - eine indische Dichtung".

1923

Scheidung der ersten Ehe.

1924

Zweite Eheschließung mit der Sängerin Ruth Wenger. Hesse wird wieder Schweizer Staatsbürger.

1927

Scheidung der zweiten Ehe. Erscheinen des "Steppenwolf"

1931

Umzug in die Casa Rossa in Montagnola. Dritte Heirat mit Ninon Dolbin.

1932 - 42

Arbeit am "Glasperlenspiel".

1933 - 45

Während der zwölf Jahre der NS-Diktatur unterstützt das Ehepaar Hesse unzählige Emigranten und verfolgte Juden auf ihrer Flucht.

1939 - 45

Hesses Schriften gelten in Deutschland als unerwünscht und werden nicht wieder neu aufgelegt.

1943

In der Schweiz erscheint "Das Glasperlenspiel" in der ersten vollständigen Ausgabe.

1946

Hesse erhält den Goethepreis der Stadt Frankfurt un den Nobelpreis für Literatur.

1962

Am 9. August stirbt Hermann Hesse in Montagnola und wird in San Abbondio beerdigt.