Jüdisches Museum Göppingen

Fotografie: Rose Hajdu

Im 19. Jahrhundert hatte Jebenhausen (seit 1939 Stadtbezirk von Göppingen) eine der größten jüdischen Gemeinden Württembergs. Die Ausstellung handelt von der Geschichte der Juden in Jebenhausen und Göppingen. Diese begann 1777 mit der Ausstellung eines Schutzbriefs für jüdische Familien durch die Ortsherrschaft der Herren von Liebenstein.

150 Jahre Aron Tänzer

Vor 150 Jahren wurde am 30. Januar 1871 Aron Tänzer geboren. Nach ersten Stationen als Rabbiner in Hohenems und Meran kam er 1907 nach Göppingen, wo er 30 Jahre lang lebte und die Stadt auf vielfältige Weise prägte, nicht nur als Rabbiner der jüdischen Gemeinde, sondern auch als Gründer der Stadtbibliothek, als Lokalhistoriker, als Vortragsredner, als Journalist und Literat. Göppingen feiert seinen runden Geburtstag mit einer ganzen Reihe von Veranstaltungen. Den Anfang macht pünktlich zum Geburtstag ein Film über sein Leben und Wirken.

Zwischen Freihof-Gymnasium und Uhland-Schulen liegt zwischen Bäumen versteckt ein hübsches Haus mit gelben Schindeln und grauen Fensterläden: das Rabbiner-Tänzer-Haus, benannt nach dem wohl wichtigsten Rabbiner der Stadtgeschichte, Dr. Aron Tänzer. Wo heute das Referat Steuern und das Kulturreferat ihre Büros haben, wohnte Tänzer mit seiner Frau und sechs Kindern von 1907 bis zu seinem Tod 30 Jahre später – unterbrochen nur durch seinen Dienst als Feldrabbiner im Ersten Weltkrieg. Damals stand das Haus direkt neben einer wunderschönen Synagoge, die von den Nationalsozialisten in der reichsweiten Pogromnacht 1938 niedergebrannt wurde. Das zu erleben, blieb Aron Tänzer durch seinen Tod am 26. Februar 1937 ebenso erspart wie der Beginn der systematischen Deportation und Ermordung der Juden, der auch Tänzers Witwe Bertha 1943 zum Opfer fiel.

Neben seiner Rabbinerstelle engagierte sich Aron Tänzer zeitlebens mit Herzblut für die Volksbildung. Er initiierte, gründete und leitete fast 20 Jahre lang die erste Leihbibliothek in Göppingen; er hielt gut besuchte Vorträge – beispielsweise über Goethes „Faust“ und Nietzsches „Zarathustra“ – beim 1919 gegründeten Verein für Kunst und Wissenschaft; und er forschte unermüdlich zur Geschichte der Juden in Jebenhausen und Göppingen und veröffentlichte seine Studien 1927 in einem Buch. Was weniger bekannt ist: Aron Tänzer schrieb auch drei Bühnenstücke, ein viertes blieb unvollendet.

  

Du findest Archiv und Museen auf

Ansprechpartner

Dr. Dominik Gerd Sieber
07161 650-9910
DSieber@goeppingen.de

Kontakt

07161 44 600 (Museum)
07161 650-9911 (Verwaltung)
museen@goeppingen.de

Öffnungszeiten

Mittwoch und Samstag
13 – 17 Uhr
Sonn- und Feiertag
11 – 17 Uhr

Eintritt

Erwachsene 2 Euro
Erwachsene in Gruppen
(ab 10 Teilnehmer) 1,50 Euro
Ermäßigte 1 Euro
Kinder und Jugendliche bis
18 Jahre, Bonuscard-Inhaber 
frei

Anschrift

Jüdisches Museum Göppingen
Boller Straße 82
73035 Göppingen - Jebenhausen