Margarete Keller-Dambeck

Schon frühzeitig erkannte man in der Tochter eines Bürstenmachers ein „wohl begabtes Mädchen aus einem Göppinger Handwerkerhaus“, das 1927 als 19-jährige Frau den großen Schritt wagte, als Kunststudentin nach Dessau zu gehen. Bis zu diesem Zeitpunkt besuchte Margarete Dambeck die Frauenarbeitsschule in Göppingen, wo sie neben dem Stricken auch das Zeichnen für sich entdeckte. Ihr Freund Georg Hartmann konnte sie schließlich überreden, mit ihm gemeinsam zum Bauhaus nach Dessau zu wechseln.

Sehr schnell fand sie dort Anschluss und pflegte enge Freundschaften zu den Bauhauskünstlern Paul Klee, Oskar Schlemmer und Walter Gropius. Margarete Dambeck studierte zunächst bei Josef Albers, dann auch bei Klee und Kandinsky, und entdeckte ihr Interesse für die Fotografie und die Weberei. 1930 erhielt sie ihr Bauhausdiplom und zog nach Prag, um ein Modehaus zu leiten. Danach folgte sie Schlemmer und dessen Familie nach Schlesien, wo sie künstlerische Leiterin einer Textilfirma wurde. Dem Ruf als Professorin an die Textilhochschule Mühlhausen im Elsass folgte sie indes nicht, stattdessen heiratete sie und lebte mit ihrem Mann in Offenbach.

Doch schon bald musste sie einen schweren Schicksalsschlag verkraften, nachdem ihr Mann verstorben war, noch bevor ihr gemeinsames Kind geboren wurde. Als auch noch ihr Wohnhaus 1943 ausgebombt wurde, zog sie zurück in ihre Heimatstadt Göppingen, wo sie ein Atelier für künstlerische Webmuster mit einer eigenen Handweberei eröffnete. Zugleich hielt sie weiterhin engen Kontakt zu den weiter tätigen Bauhauskünstlern. Doch bevor sie mit ihrer Arbeit nach Kriegsende richtig beginnen konnte, starb Margarete Dambeck-Keller im Alter von nur 43 Jahren im April 1952.