Landschaftspark Fils

Die Fils wird erlebbarer

Die Fils wird wieder wahrgenommen: Wenige Wochen nach den Filsterrassen am Christophsbad (21. Mai 2014) wurde am Montagnachmittag, 14. Juli 2014, ein weiterer flussnaher Aufenthaltsplatz an der Grenze zwischen Göppingen und Eislingen eingeweiht. Im Rahmen des Masterplans „Landschaftspark Fils“ entstand die Idee eines interkommunalen Projektes zwischen den Städten Göppingen und Eislingen an der Gemarkungsgrenze am Oberen Wehr am Autohof: Dort ist ein von beiden Kommunen geplanter und finanzierter Aufenthaltsplatz mit einem Filsbalkon entstanden, der nun einen Filszugang ermöglicht und die Aufenthalts- und Erholungsqualität dieses interessanten Ortes direkt am Wehr deutlich erhöht. Thomas S.Bopp, Vorsitzender des Verbands Region Stuttgart, Eislingens Oberbürgermeister Klaus Heininger und Göppingens Baubürgermeister Helmut Renftle sowie Dipl.-Ing. (FH) Eric Schuler vom Büro Planstatt Senner gaben die Maßnahme für die Öffentlichkeit frei.
Seit 2009 arbeiten die Städte und Gemeinden entlang der Fils daran, den Masterplan „Landschaftspark Fils“ umzusetzen. Dabei gilt es, das Filstal als Kulturlandschaft und Lebensraum weiter zu entwickeln und aufzuwerten. Denn die Menschen haben sich früher entlang der Flüsse, die für sie (über-)lebenswichtig waren, aufgehalten; auch die Industrialisierung folgte dem Wasserlauf, erinnerte OB Heininger. Zentraler Bestandteil des Projekts zwischen Eislingen und Göppingen ist die Gestaltung eines Aufenthaltsbereichs an der Markungsgrenze am Südufer der Fils. Hierzu wurden die vorhandenen Baulichkeiten und Zugänge zur Fils genutzt und integriert sowie durch architektonische Umgestaltung aufgewertet. Wesentliche Gestaltungsmaßnahmen und -elemente stellen eine Uferabflachung und die Herstellung von Sitzstufen aus Leberkiesbeton am bestehenden Zugang zur Fils, die Erstellung eines Aussichtsbalkons, die gestalterische Einbindung des vorhandenen Wartungsgebäudes zum Regenüberlaufbecken sowie die Anbindung des Aufenthaltsplatzes an die Filstal-Radroute dar. Speziell der über zehn Meter lange und knapp sieben Meter ins Filstal hinausragende und von zwei Pylonen getragene Aussichtsbalkon macht den Filsraum (ein-)sichtbar, wie Dipl.-Ing Schuler ausführte. Um den Naturraum Fils für Mensch und Tier wieder zurück zu holen, wurde eine ökologische Fischtreppe angelegt, um das bislang unüberwindbare Hindernis Wehr um schwimmen zu können. Abgerundet wird der Aufenthaltsplatz mit Informationstafeln zu den Themen „Wasservögel“ und „Leberkies“.

Mit Terrassen und Fischtreppe den Naturraum Fils für Mensch und Tier zurückgeholt (oben). Foto: Hinrichsen
Göppingens Stadtplanerin Susanne Mehlis, Eislingens Oberbürgermeister Klaus Heininger, Regionalpräsident Thomas S. Bopp, Göppingens Baubürgermeister Helmut Renftle und Dipl.-Ing. Eric Schuler vom Büro Planstatt Senner bei der Einweihung. Foto: Hinrichsen

Im Rahmen des Gesamtprojekts ist darüber hinaus auf Gemarkung Göppingen der Lückenschluss der südlichen Filstal-Radroute beim Autohof vorgesehen, um einen durchgängigen und attraktiven Radweg entlang der Fils von Eislingen kommend bis zur Sonnenbrücke herzustellen. Um den Damm der stillgelegten Boller Bahn zu überwinden, sollen Rampen sowie auf der Krone des Damms ein Aussichtspunkt angelegt werden, blickte Renftle in die Zukunft. Beim Oberen Wehr, unmittelbar nach der Gemarkungsgrenze erbaut, begann einst der Göppinger Mühlkanal, der 13 Mühlen antrieb. Heute wird am Oberen Wehr gleich mehrfach ökologischer Strom erzeugt, nämlich per Wasserkraft, Windrad und Solarenergie, wies Göppingens Baubürgermeister auf das jenseitige Ufer hin.
Die Kosten für das Gesamtprojekt belaufen sich auf 387.000 Euro, für die der Verband Region Stuttgart einen Zuschuss von 145.000 Euro gewährt. Für den gemeinsamen Aufenthaltsplatz belaufen sich die Kosten auf rund 95.000 Euro. Knapp die Hälfte wird über Landschaftspark-Mittel des Verbandes Region Stuttgart bezuschusst. Den verbleibenden Eigenanteil tragen je hälftig die beiden Städte Göppingen und Eislingen. In den verschiedenen Landschaftsparks hat die Region Stuttgart zehn Millionen Euro co-finanziert und damit Investitionen von 35 Millionen Euro ausgelöst, von 130 geplanten Projekten konnten schon 100 fertig gestellt werden. Der Landschaftspark Fils ist mit sechs Millionen Euro veranschlagt, von denen der Verband Region Stuttgart 1,8 Millionen Euro beisteuert. So entstehen „Perlen wie an einer Flussschnur“, schloss Bopp.

Göppingen holt die Fils in die Stadt

Nach den offiziellen Ansprachen probierten die Einweihungsgäste den neuen Wasserzugang gleich aus. Foto: Hinrichsen

Seine Freude über den „neuen Göppinger Filsstrand“ brachte Oberbürgermeister Guido Till bei der Einweihung der Filsterrassen am 21. Mai 2014 emotionsvoll zum Ausdruck: „Mit dieser Maßnahme holen wir die Fils in unsere Stadt!“ Der rund 200 Meter lange Abschnitt ist in dieser Art einmalig für Göppingen: An den neuen Filsterrassen kann man das Filsufer leicht erreichen und sich bequem niederlassen. Besonders einladend, so Till, sind dabei die Holzdecks als Liege- und Sitzfläche, die speziell für diese Maßnahme konstruiert wurden. Neben dem Gesichtspunkt der Erlebbarkeit wurden gleichzeitig die Gewässerökologie und der Hochwasserschutz verbessert; außerdem profitiert auch der Radweg der südlichen Filstalradroute von der neuen Attraktivität. Das Stadtoberhaupt dankte den Zuschussgebern, dem Verband Region Stuttgart sowie dem Regierungspräsidium Stuttgart, für die Förderung des „Leuchtturmprojekts im Masterplan Fils“ und versprach: „Wir werden auch in den nächsten Jahren unsere Fils konsequent aufwerten.“

Im Gespräch: Regierungspräsident Johannes Schmalzl, Regionaldirektorin Dr. Nicola Schelling und Oberbürgermeister Guido Till (oben, von links). Foto: Hinrichsen

„Mit der Filsaufweitung wurde es möglich, neben einer verbesserten Erlebbarkeit der Fils auch eine ökologische Aufwertung sowie einen besseren Hochwasserschutz zu erreichen“, begrüßte Regierungspräsident Johannes Schmalzl die über 900.000 Euro teure Maßnahme, die vom Land mit 195.600 Euro und vom Verband Region Stuttgart im Rahmen des Landschaftsparks Fils mit 280.000 Euro gefördert wurde. Zwei Landkreise und 16 Kommunen haben im Masterplan 87 Projekte entwickelt, wie Regionaldirektorin Dr. Nicola Schelling erklärte.

  

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