Baubürgermeister Helmut Renftle verabschiedet

Nach mehr als 37 Dienstjahren bei der Stadtverwaltung Göppingen, seit 1. Juli 2014 in der herausragenden Funktion als Baubürgermeister, trat Helmut Renftle Ende Juni in den wohlverdienten Ruhestand.

Nach erfolgreichem Abschluss seines Studiums des Bauingenieurwesens an den Universitäten Stuttgart und Aachen hat Renftle die Große Staatsprüfung für den höheren bautechnischen Verwaltungsdienst mit dem Schwerpunkt Bauingenieurwesen abgelegt. „Damit wurde der Grundstein für eine gelungene bautechnische Karriere im öffentlichen Sektor gelegt“, blickte Oberbürgermeister Guido Till in seiner Laudatio vor dem Gemeinderat zurück. Nach einer kurzen Zwischenstation beim damaligen Regionalverband Mittlerer Neckar begann Renftles berufliche Vita bei der Stadt Göppingen am 1. Februar 1983 als Leiter der Planungsabteilung beim damaligen Tiefbauamt. Bereits im April 1985 wurde ihm die Leitung des Tiefbauamts übertragen, im Januar 1997 folgte die Bestellung zum Technischen Betriebsleiter des Eigenbetriebs Stadtentwässerung Göppingen (SEG). Im Zuge der Neuorganisation der Stadtverwaltung zum 1. Juli 1998 wurde Helmut Renftle zum Leiter des Fachbereichs Umwelt und Verkehr bestellt, was mit einer weiteren Ausdehnung seines Verantwortungsbereichs verbunden war. „Und im April 2014 hat der Gemeinderat Ihren letztendlich folgerichtigen Entschluss für eine Bewerbung um die Stelle des neuen Technischen Beigeordneten der Stadt Göppingen honoriert und Sie zum Baubürgermeister gewählt“, so OB Till weiter. „Sie haben Ihre wichtige stadtpolitische Funktion immer mit großem Engagement, einem hohen Maß an fachlicher Kompetenz und auch mit einem ausgeprägten kommunalpolitischen Gespür ausgefüllt.“ Renftle habe entschieden dazu beigetragen, dass sich das Gesicht der Stadt in den vergangenen 37 Jahren an vielen Stellen positiv verändert habe:

  • 1988 wurde Göppingen zur Hochschulstadt.
  • Nach dem Abzug der US-Streitkräfte 1991 begann die Entwicklung des Konversionsgebiets zum heutigen Erfolgsmodell Stauferpark – „einen besonderen Berührungspunkt zu Ihren vielfältigen außerberuflichen Interessen dürfte der Golfplatz dargestellt haben“, ging Guido Till auf eines der Hobbies von Helmut Renftle ein.
  • Zu einem Meilenstein in der Entwicklung des Klärwerks geriet die 100 Millionen D-Mark teure Erweiterung und Modernisierung in den Jahren 1993 bis 1997, die übrigens kostengünstiger verlief als veranschlagt.
  • 1994 wurde das einzige, gut 31 Hektar umfassende Naturschutzgebiet Göppingens, die Spielburg, ausgewiesen.
  • Mit der Neuen Mitte Anfang der 2000er Jahre war Renftle maßgeblich an einem Meisterstück der Innenstadt-Entwicklung beteiligt.
  • Zukunftsorientierte Verkehrskonzepte bis hin zur nachhaltigen Mobilitätsdrehscheibe wurden unter seiner Verantwortung entwickelt und umgesetzt.
  • Die Stadtbezirke und die Innenstadt gewannen an Attraktivität und Aufenthaltsqualität, vom Dorfplatz in Bartenbach über die verschiedenen Erlebnispunkte an der Fils bis zu Schlossplatz, Kornhaus- und Spitalplatz oder jetzt ganz frisch zum Bahnhofplatz.

„Die sehr dynamische Entwicklung unserer Stadt und ihres Erscheinungsbildes wird nachhaltig mit Ihrem Namen und Ihrem Wirken verbunden bleiben“, wandte sich das Stadtoberhaupt direkt an Helmut Renftle. „Im Namen der Stadtverwaltung und des Gemeinderats, aber auch persönlich, danke ich Ihnen für die sehr gute und stets engagierte Arbeit, die Sie geleistet haben, ganz herzlich. Und ganz persönlich danke ich Ihnen für die allzeit gute Zusammenarbeit in den letzten fast 16 Jahren.“

Oberbürgermeister a. D. und Ehrenbürger der Stadt Göppingen Hans Haller bezeichnete in seinem Grußwort das stadtgestalterische Können und Wirken des ursprünglichen Tiefbauers Helmut Renftle als etwas Besonderes. Stadtrat a. D. Rolf Daferner erinnerte in seinem Beitrag vor allem an die Neue Mitte und die um vier Millionen D-Mark günstiger verlaufende Erweiterung des Klärwerks. Prof. Thomas Zimmermann als Sprecher des Gestaltungsbeirats hob die hohe Kommunikationsfähigkeit Renftles hervor. Sonnebergs Bürgermeister Dr. Heiko Voigt, der bereits zu Beginn der Städtepartnerschaft vor 30 Jahren als damaliger Leiter des Tiefbauamtes des Landkreises Sonneberg die Hohenstaufenstadt Göppingen das erste Mal besuchen durfte, teilt mit Renftle dessen Passion für die Stadtgestaltung – mit dem Unterschied, dass Göppingen über mehr Geld verfüge als Sonneberg.

In diesem „bewegenden Augenblick“ dankte Helmut Renftle „für die ehrenden Worte“. Baukultur habe er immer als wichtig empfunden und freute sich, dass die sieben innerstädtischen Plätze, ehemals als Parkplätze genutzt, in den letzten Jahren allesamt aufgewertet wurden.

Lebenslauf

1951 geboren in Geislingen, verheiratet, 1 Kind
1970 - 1972 Studium an der TH Stuttgart, Bauingenieurwesen
1972 - 1976 Studium an der Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen, Bauingenieurwesen
1977 - 1980 Baureferendar beim Land Nordrhein-Westfalen und Land Baden-Württemberg
1980 "Große Staatsprüfung" für den höheren bautechnischen Verwaltungsdienst in der Fachrichtung Bauingenieurwesen
1980 - 1983 Referent für Infrastrukturplanung beim Regionalverband Mittlerer Neckar 
1983 - 2014 Leiter des Fachbereiches Tiefbau, Umwelt und Verkehr bei der Stadt Göppingen            
seit Juli 2014 Baubürgermeister der Stadt Göppingen
Juli 2020 Eintritt in den Ruhestand

Weitere Verantwortungsbereiche:

Fachbereiche
Immobilienwirtschaft
Tiefbau, Umwelt, Verkehr und Vermessung
Stadtentwicklung, Stadtplanung und Baurecht
 
Einrichtungen
Betriebshof
Geschäftsstelle Gutachterausschuss
 
Eigenbetriebe
Eigenbetrieb Stadtentwässerung
Eigenbetrieb Stadtwerke
 
Stabsstellen
Städtische Vergabestelle
 
Leitung folgender Gremien:
Ausschuss für Umwelt und Technik
Umlegungsausschuss
Gemeinsamer Ausschuss Kläranlage

  

Ansprechpartner

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