Erfolgreiche Kooperation im Interesse des Gewässerschutzes

Das Göppinger Klärwerk zählt zu den zehn größten und damit auch zu den leistungsfähigsten im Land. Dazu tragen auch die Partner der SEG bei. Das kommt allen zugute – vor allem der Qualität der betroffenen Gewässer.

Die Göppinger Anlage „Im Bulach“ wird nicht nur von der Stadt Göppingen zur Klärung der Abwässer genutzt, sondern auch von neun weiteren Gemeinden im Umkreis: Die Städte Eislingen und Uhingen (mit einem kleinen Bereich der Stadt) sowie die Gemeinden Ottenbach, Rechberghausen, Schlat, Heiningen, Dürnau, Eschenbach und Gammelshausen leiten ihre Abwassermengen ebenfalls in das SEG-Werk ab. Vor der Klärung muss allerdings die Sammlung und Ableitung auf den jeweiligen Gemarkungen organisiert werden. Was die Gemeinden dazu selbst zu leisten haben und wie die Zusammenarbeit funktioniert, betrachten wir am Beispiel der Stadt Eislingen. Sie ist nicht nur die größte Anschlussgemeinde, sondern im Göppinger Jubiläumsjahr auch eine kleine Jubilarin. Seit 65 Jahren fließen die Abwässer aus der im Osten gelegenen Nachbarstadt nach Göppingen. 1951 wurde der Vertrag zwischen den Städten Göppingen und Eislingen geschlossen, nachdem Überlegungen zum Bau einer eigenen Kläranlage in Eislingen ad acta gelegt worden waren. „Es war die richtige Entscheidung, es ist ideal für uns. In der großen Göppinger Anlage ist ständig kompetentes Betriebspersonal anwesend“, sagt Anton Frey rückblickend. Der heutige Amtsleiter des Eislinger Tiefbauamts ist seit knapp vier Jahrzehnten bei der Stadt Eislingen für die technische Seite der Abwasserversorgung zuständig. „Die Entscheidung, keine eigene Kläranlage zu bauen, war aus heutiger Sicht sowohl aus wirtschaftlichen Gründen als auch Standorterwägungen gut und richtig. Die Kläranlage Göppingen arbeitet sehr effektiv und wirtschaftlich und wird von engagierten Fachleuten betrieben. Die guten Reinigungsergebnisse belegen dies“, so Amtsleiter Frey weiter, der sich früher ebenfalls mit dem Thema Kläranlagenplanung befasst hat. Somit profitieren alle Seiten von dem Verbund. Denn, je größer eine Kläranlage ist, desto höher die Anforderungen und desto besser die Wasserqualität. Gerade für die Eislinger, die nach Göppingen mit der größten Wassermenge und aufgrund zahlreicher Industriebetriebe auch mit entsprechend verschmutztem Abwasser zum Gesamtbetrieb beitragen, ist dies von Bedeutung.

Bei jährlichen Ausschusssitzungen werden von Vertretern der SEG sowie der Anschlussgemeinden wichtige Themen besprochen und Entscheidungen getroffen. Dabei werde durchaus immer wieder kontrovers um die beste Lösung gerungen, berichtet Frey. Eislingen spielt bei diesen Vertreterversammlungen aufgrund seiner Größe und des vorhandenen technischen Fachpersonals eine wichtige Rolle. Anwesend sind bei diesen Sitzungen in der Regel die Bürgermeister der jeweiligen Gemeinden, Vertreter der betroffenen Ämter sowie Stadt- und Gemeinderäte. Neben technischen Fragen spielen die Finanzen eine entscheidende Rolle. Hart verhandelt wird über die jeweiligen Beiträge der Anschlussgemeinden, gerade wenn es um größere Summen geht. Eislingen steuert beispielsweise jährlich rund eine Million Euro zu den Betriebskosten der SEG bei. Bis 1995 seien die Abrechnungsmodalitäten relativ einfach gewesen, sagt Anton Frey: Es wurde schlicht nach den reinen Wassermengen abgerechnet. Seither spielen – nach Änderungen beim Wassergesetz und den damit verbundenen, rund 105 Millionen DM teuren Neubaumaßnahmen in Göppingen – die sogenannten Verschmutzungsparameter die entscheidende Rolle. Dieser Grad des verschmutzten Wassers wird mittels Messungen an den Übergabestellen der Anschlussgemeinden, also dort wo das Abwasser die Gemarkungsgrenze überschreitet, ermittelt. Dabei kommen sowohl automatisierte Messungen als auch mindestens zwölf Mal pro Jahr Abwasserentnahmen über 24 Stunden hinweg zum Einsatz. Um alle auf der Gemarkung anfallenden Abwassermengen vollständig an ein leistungsfähiges Klärwerk ableiten zu können, muss auch die Versorgung mit Kanälen in den jeweiligen Kommunen gewährleistet sein. Für das jeweilige Kanalnetz und den Bau sowie die Wartung der Regenüberlaufbecken sind die Anschlussgemeinden selbst zuständig.