Gewerbegebiet West - Auf Strukturwandel gemeinsam reagieren

Erfahrungsaustausch "Industriestandort Filstal: Gestern-Heute-Morgen"

Rund zwei Dutzend Vertreter/-innen aus den Filstalkommunen und der Region Stuttgart erörterten am 12.07.2016 die Aussichten des gemeinsamen Wirtschaftsraums im Rahmen des ersten Erfahrungsaustauschs "Industriestandort Filstal: Gestern-Heute-Morgen". Oberbürgermeister Guido Till begrüßte die Bürgermeister, Wirtschaftsförderer und Stadtplaner der Kommunen in den Räumen des früheren Boehringer-Geländes. Wie sehr der Industriestandort Filstal seine Entwicklung der Fils zu verdanken hat, verdeutlichte Baubürgermeister Helmut Renftle in einem kurzen historischen Abriss. Die Ansiedlung von ersten Betrieben im Filstal begann dank der Wasserkraft. Ab 1843 verstärkte sich die Industrialisierung durch den Bau der Eisenbahnstrecke Stuttgart – Ulm; das Filstal wurde zu einem bedeutsamen Zentrum der Textilindustrie, und aus kleinen Werkstätten von Tüftlern entstanden traditionsreiche Betriebe mit Weltruf. Heute befinden sich viele Gewerbegebiete im Umbruch; Industrie- und Gewerbebrachen sind ebenso zu sehen wie Leerstand von stadtbildprägender und wertvoller Gebäudesubstanz. Auf der anderen Seite beherrscht ein knappes Angebot an Gewerbeflächen das Bild. 
Die Anforderungen und die Entwicklungsschwerpunkte der Gewerbeflächen aus Sicht der Region stellte anschließend Ulrike Borth vom Verband Region Stuttgart dar; Matthias Lutz von der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart zeigte die Herausforderungen der brachliegenden Gewerbeflächen aus Sicht der regionalen Wirtschaftsförderung auf. Alexander Fromm, Wirtschaftsförderer des Landkreises Göppingen, brach die allgemeine Situation der Gewerbeflächen auf die lokale Ebene herunter, ehe es mit der Erörterung einzelner lokaler Projekte ins Detail ging.
Den Auftakt übernahm Göppingens Stadtplanerin Susanne Mehlis mit der Vorstellung des Gewerbeentwicklungskonzeptes GEKO-West.  Anknüpfend blickte Göppingens Wirtschaftsförderin Christine Kumpf auf die erfolgreiche Entwicklung und Vermarktung des Stauferparks zurück. 
Projektvorstellungen aus Ebersbach und Geislingen folgten: Die Entwicklungsphasen des Kaufmann-Areals präsentierte Roland Albig von der Stadt Ebersbach. Dort wurde eine innerstädtische gewerbliche Brachfläche zu einem zentralen Ort mit Aufenthaltsflächen, Einzelhandel und Wohnen gestaltet. Alwine Aubele, Stadt Geislingen, führte zwei Beispiele aus der Fünf-Täler-Stadt zum Thema Gewerbeflächenneuordnung an: Zum einem das ehemalige MAG-Areal mit der besonderen Herausforderung einer Altlastensanierung; zum anderen die Neuordnung der ehemaligen Färberei Walter. Anschließend wurden Fragen rund um Industriegebiete in der Region Stuttgart, aber auch zur verkehrlichen Anbindung diskutiert. Die Erreichbarkeit durch den ÖPNV sowie auf Straße und Schiene ist für das gesamte Filstal von zentraler Bedeutung und vor allem für das obere Filstal eine große Herausforderung. Nicht nur beim Thema Einzelhandel als ein Teilbereich des Gewerbes wurden Ansätze für verschiedene interkommunale Lösungen besprochen.
 

Der 2. Erfahrungsaustausch wird in Ebersbach am 27.03.2017 stattfinden,
der 3. Erfahrungsaustausch voraussichtlich im Januar 2018 in Geislingen.

Abschluss des Projektes

Am 7.7.2016 wurden dem Gemeinderat die Ergebnisse des Entwicklungskonzepts GEKO-West vorgestellt. Das Konzept ergab, dass das Gewerbegebiet West  ein großes Potenzial für einen Premiumstandort, also einen hochwertigen Standort mit spezifischem Profil in der Stadt und der Region besitzt. Das Gebiet liegt in prominenter Lage mit ortsdurchgangsfreier Anbindung an die B 10. Zudem bekommt das Gebiet durch die Nähe zur Innenstadt urbane Qualitäten. Die Industriearchitektur prägt das Stadtbild. Außerdem gibt es dort größere, zusammenhängende Flächen. Die zukünftige Entwicklung sieht verschiedene Ziele vor. Dazu gehören die Aufwertung des Stadteingangs durch stadtbildprägende Neubebauungen im Bereich Stuttgarter Straße/Christian-Grüninger Straße, die Gestaltung ansprechender Freiräume bis hin zur Stärkung des Erlebnisraums Fils, aber auch die Herstellung gestalterisch hochwertiger und verkehrlich leistungsfähiger Verkehrsanlagen einschließlich Parkplätze. Ein weiteres Ziel ist standortadäquate Nutzungen mit langfristig tragfähigen Lösungen für die Immobilien zu finden. 
 

Ausgangslage

„An der westlichen Stadteinfahrt gelegen, mit direkter Anbindung an die B 10, hat das traditionsreiche Gewerbegebiet-West an der Stuttgarter Straße und Querspange Pfingstwasen nicht nur hohes wirtschaftliches Potenzial, sondern ist auch eine wichtige Visitenkarte der Stadt“ begründet Susanne Mehlis, Leiterin des Fachbereichs Stadtentwicklung/Stadtplanung, die Erarbeitung eines nachhaltigen Entwicklungskonzepts für das Gebiet. Dieses wird im offenen Dialog mit den ansässigen Betrieben gestaltet.

Wie andere historische Gewerbestandorte auch, ist das Gewerbegebiet-West/Stuttgarter Straße vom strukturellen Wandel betroffen. Einige Areale wurden oder werden derzeit weiterentwickelt. Die Stadt Göppingen möchte das Gewerbegebiet als attraktiven Wirtschaftsstandort langfristig sichern, freie Gewerbeflächen aktivieren und den Betrieben gute Entwicklungsmöglichkeiten bieten. Aufgrund der Lage an der westlichen Stadteinfahrt ist das Areal zudem eine wichtige Visitenkarte der Stadt. Für den Bereich des Gewerbegebietes soll ein Entwicklungskonzept erarbeitet und das Gewerbegebiet am Stadteingang gestärkt werden. Die zukünftigen Herausforderungen an das Gebiet als attraktiver Arbeits- und Produktionsstandort sind gemeinsam zu diskutieren, um miteinander Lösungen zu finden. Die Stadt Göppingen wird dabei vom Institut für Stadt und Immobilie der Hochschule Nürtingen-Geislingen unterstützt, das bereits gute Erfahrungen mit gewerblichen Standortentwicklungen und Revitalisierung von Gewerbearealen gesammelt hat. Das Projekt „Revitalisierung und Dialog im traditionsreichen Gewerbegebiet-West/Stuttgarter Straße“ wird auch im Rahmen des „Programms zur Förderung von regionalen Modellprojekten und Kooperationen im Bereich Wirtschafts- und Tourismusförderung“ vom Verband Region Stuttgart inhaltlich und finanziell unterstützt.

  

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