Wettbewerb am Kornhausplatz

OB Guido Till: „Besten Entwurf gefunden“

Oberbürgermeister Guido Till und Baubürgermeister Helmut Renftle sowie die Preisträger Rainer Löhle und Axel Lohrer lauschen den Erläuterungen von Kurt Werner (von links)

„Nicht der Platz ist wichtig, sondern die Menschen sind wichtig, die den Platz nutzen“ – dieser von Axel Lohrer ausgegebenen Devise folgten die Preisträger des Wettbewerbs zur Neugestaltung des Kornhausplatzes, die Büros Lohrer.Hochrein aus München und Löhle Neubauer aus Augsburg mit ihrem gemeinschaftlichen Vorschlag.

Insgesamt 31 Arbeiten wurden für den Wettbewerb zur Neugestaltung des Kornhausplatzes abgegeben. Die teilnehmenden Büros kamen von Hamburg über Berlin bis München und sogar Mailand, wie Oberbürgermeister Guido Till bekannt gab: „Das spricht für die Attraktivität unserer Stadt!“ Zwei Arbeiten allerdings wurden verspätet eingereicht, so dass sich die zwölf Fach- und elf Sachpreisrichter mit 29 Entwürfen inhaltlich auseinander zu setzen hatten. Von 9 bis 20 Uhr dauerte denn auch die Jury-Sitzung am vergangenen Mittwoch, ehe der Preisträger feststand. nach einem ersten Info-Rundgang und einem ersten Wertungsrundgang, in dem sieben Arbeiten ausschieden, fielen dem zweiten Wertungsrundgang weitere 15 Arbeiten zum Opfer; sieben Vorschläge allerdings schafften es in die engere Wahl. Nach intensiver Diskussion über Vorzüge und Nachteile dieser in der engeren Wahl verbliebenen Entwürfe kürte das Preisgericht schließlich mit 15 zu acht Stimmen die gemeinschaftliche Arbeit der Büros Lohrer.Hochrein aus München und Löhle Neubauer aus Augsburg zum Sieger. Diese dürfen sich nun über das Preisgeld in Höhe von 14.000 Euro freuen – 9.000 und 6.000 Euro gab es für die Plätze zwei und drei; außerdem je 3.500 Euro für zwei ausgesprochene Anerkennungen.

Kurt Werner, freier Architekt und Stadtplaner aus Regensburg, Mitglied im Göppinger Gestaltungsbeirat und Vorsitzender des Preisgerichts, lobte vor der Würdigung der Sieger zunächst die Stadt Göppingen für ihren Mut, mittels Wettbewerbe die bestmögliche städtebauliche Qualität zu gewinnen. Er verwies auf den jüngst verwirklichten oder vor der Umsetzung stehenden Schlossplatz und Bahnhofplatz. Auf den Kornhausplatz eingehend, attestierte Werner den Verfassern „ eine sehr klare Grundkonzeption.“ Als „frei und flexibel bespielbaren Raum“ sehen die Autoren des Siegerentwurfs den künftigen Kornhausplatz. Ein ebener, schlichter Stadtboden und die Freistellung des platzprägenden wie namensgebenden Kornhauses kennzeichnen den Vorschlag. Die übrigen Gebäude werden durch eine Baumhalle optisch zurückgenommen. Die Zugänge sollen geweitet werden. Vor allem die platzorientierte Fassade des Friedrichsbaus soll sich transparent und einladend zum Kornhausplatz hin öffnen und einen gläsernen barrierefreien Aufzug erhalten. Vor dem Parkhaus soll eine durchgehende Bank Raum zum Sitzen und Verweilen bieten. Die notwendigen Vorfahrten und der Citybusverkehr werden untergeordnet und zurückhaltend abgewickelt; Materialwechsel sollen dennoch die Fahrgasse nachvollziehbar erscheinen lassen. „Die städtebauliche Grundkonfiguration ist in Proportion und Ausstattung wohl überlegt. Das zeigt sich sowohl in der Erschließung der Passage mit dem Vorplatz am Rockcafé, über die Blickbeziehung zum Brunnen, die Setzung des Baumhaines bis hin zur langen Bank am Zugang zur Grotte. Das namensgebende Kornhaus ist für den Platz bildbestimmend. Das Café am Kornhausplatz ist gut integriert. Die Materialität des Kornhausplatzes verwebt sich mit dem Stadtraum und unterscheidet sich allein in den Formaten an den Gebäuderändern und dem Platzraum wohltuend“, fasste die Jury ihre Eindrücke zusammen. Vermisst haben die Fachleute allerdings die Bestuhlung des Hotelcafés und des Lesegartens am Kornhaus. Dieses Manko soll bei der Ausführungsplanung ebenso berücksichtigt werden wie eine direkte komfortable Barrierefreiheit im Bereich der vorgesehenen Treppenanlage vor dem Rock-Café für Gäste und Personal, lautet daher der Vorschlag der Jury.

1. Preis - Lohrer Hochrein Landschaftsarchitekten und Stadtplaner GmbH München, Löhle Neubauer Architekten BDA Augsburg

Die Verfasser überzeugen durch eine sehr klare Grundkonzeption. Die städtebauliche Grundkonfiguration ist in Proportion und Ausstattung wohl überlegt. Das zeigt sich sowohl in der Erschließung der Passage mit dem Vorplatz am Rockcafé, über die Blickbeziehung zum Brunnen, die Setzung des Baumhaines bis hin zur langen Bank am Zugang zur Grotte. Das namensgebende Kornhaus ist für den Platz bildbestimmend. Das Café am Kornhausplatz ist gut integriert.

Die Materialität des Kornhausplatzes verwebt sich mit dem Stadtraum und unterscheidet sich allein in den Formaten an den Gebäuderändern und dem Platzraum wohltuend. Von der Marktstraße aus blickt man in einen grünen Hof mit Baumdach und begrünter Fassade des Parkhauses und gewinnt so eine völlig andere ruhige und besondere Atmosphäre gegenüber der des Bewegungsraums der Marktstraße. Die Begrünung dürfte sich auch schallschutzeffektiv auswirken.

Detaillierte Informationen sind dem unten aufgeführten PDF zu entnehmen.

2. Preis - Franz Reschke Landschaftsarchitektur Berlin

Idee und Gesamtkonzeption: Die Verfasser der Arbeit schlagen in ihrer Konzeption eine großzügige, einheitliche Fläche vor, die das Kornhaus als Solitär an einer Platz kann der in seiner Bedeutung herausarbeitet. Die Großzügigkeit der Platzfläche wird durch einen bis zu den Raumkanten der Gebäude gezogenen Pflasterbelag erreicht. Die Bedeutung des Kornhauses als besonderes Gebäude am Platz wird durch die Anordnung der Bäume hergestellt, die den auf das Kornhaus begleiten und das Gebäude in den Blicken stellen.

Die Großzügigkeit der Gesamtkonzeption erhält vielfältige Verfeinerungen, die sorgfältig gesetzt Sind und die Teilbereiche des Platzes herausarbeiten. Sie bestehen aus: -Differenzierung der Höhe des Belagsteppichs über flache Schlepp stufen, die einzelne Bereiche ab senken oder erhöhen (zum Beispiel Lesegarten) -Baumsetzungen: die verwendeten Bäume werden differenziert in Bewuchsart und Höhe : zum Friedrichsbau hohe Baumkronen entsprechend der hohen Bebauung, im Lesegarten Vielstämmige, kleinere Bäume.

Detaillierte Informationen sind dem unten aufgeführten PDF zu entnehmen.

3. Preis - Plankontor S1 Landschaftsarchitekten Stuttgart, Werkgemeinschaft HHK Stuttgart

Der Kornhausplatz stellt sich als großzügige räumliche Einheit dar. Dies wird unterstrichen durch den einheitlichen Belag, der sich zwischen den Gebäuden spannt. Die anschließenden Straßen werden eigenständig behandelt. Das Kornhaus steht dadurch eindeutig auf dem Platz, der Haupteingang an der Pflegstraße wird in den Platz einbezogen. Auf der Südseite des Adelberger Kornhauses entsteht ein Durchgang in Ost-West-Richtung, die Jugendeinrichtung Grotte erhält einen zu engen Abgang im Osten. Die dadurch mögliche Einrichtung einer Grünfläche vor dem Gebäude an der Schützenstraße rechtfertigt diesen Eingriff nicht.

Der großzügig gefasste Raum wird in einzelne klar definierte Teilbereiche gegliedert. Im Norden entsteht ein flaches Plateau mit hoher Aufenthaltsqualität. Der abgesenkte Zugang zum Parkhaus mit der Möglichkeit, eine gewisse Anzahl der Stellplätze als barrierefrei zu erschließen, wird positiv gesehen. Die räumlichen Elemente (Topografie, eine in die Absturzsicherung integrierte Sitzbank und die Bäume) markieren den um ein Fontänenfeld angeordneten öffentlichen nichtkommerziellen Aufenthaltsbereich. Der kommerziell nutzbare Bereich wird in seiner räumlichen Ausgrenzung eindeutig definiert. Der Durchgang zur Friedrichstraße bleibt unverändert.

Detaillierte Informationen sind dem unten aufgeführten PDF zu entnehmen.

Ausstellung der Wettbewerbsergebnisse

Mit einer Vernissage am 1. Oktober 2015 begann die viertägige Ausstellung der Wettbewerbsergebnisse in den Räumen der Kunsthalle Göppingen. 
Ein Videobeitrag der Filstalwelle berichtet über die Eröffnung der Ausstellung. 

http://videoserver.filstalwelle.de/index.php/component/allvideoshare/video/latest/01-10-2015-goeppinger-kornhausplatz-wird-erneuert

Dokumentation

Typ Name Datum Größe
pdf Dokumentation Wettbewerbsergebnis.pdf 07.10.2015 1,5 MB

  

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