Löschzug 6 - Bartenbach

Waldbrandübung 15. April 2019

Eine durch die vermehrt auftretenden und anhaltenden Hitzeperioden nicht zu unterschätzende Gefahr ist der Waldbrand. Daher ist es für die Feuerwehr wichtig ein solches, hoffentlich nie eintretendes Einsatzszenario zu üben und rückt somit zunehmend in den Fokus entsprechender Löschübungen der Feuerwehr Göppingen.Da der Bartenbacher Löschzug 6 für die größte Markung in Göppingen, der Krettenhöfe, dem Teilort Lerchenberg, sowie einen nicht unerheblichen Teil des Waldgebietes Oberholz verantwortlich ist, wurde hierzu eine Übung mit dem Thema „Wasserversorgung“ angesetzt.Ziel der Übung im Ortsteil Lerchenberg war die grundlegende Wasserversorgung eines angenommenen Waldbrandes im Zusammenspiel mit der technischen Beladung des LF 20 Kat, der Wasserentnahme aus dem Meerbach bzw. aus lokalen Hydranten zur Befüllung von Güllefässern zu testen und nachhaltig sicher zu stellen.

Um einen möglichen Pendelverkehr mit Güllefässern innerhalb eines gewissen Zeitrahmens zu ermöglichen, wurde im Teil 1 der Übung die Wasserentnahme aus dem Meerbach geübt. Hierbei kam ein mobiles Stauwehr, sowie eine Saugleitung über eine TS 8 (Tragkraftspritze) zum Einsatz. Durch den Pendelverkehr soll sichergestellt werden, dass die Löschtrupps über einen Wasser-Faltbehälter nahe der Einsatzstelle durchgehend mit Wasser versorgt werden können.Teil 2 umfasste die Wasserentnahme aus einem Hydrant direkt in die Güllefässer.Schlussendlich stellte sich heraus, dass nur eine Kombination beider Möglichkeiten eine schnelle Wasserversorgung nachhaltig zum Erfolg führen wird. Generell muss bei einem solchen Waldbrandszenario zusätzlich ein nicht unerheblicher logistischer Aufwand und die Verfügbarkeit an technischem Material und Manpower berücksichtig werden. Maßgeblich ist zudem, dass eine entsprechende Wassermenge im Bachbett verfügbar ist. Als eine der Maßnahmen aus der Übung wird hierzu die Möglichkeit einer Wasserzulieferung aus dem nahe gelegenen Linsenholzsee geprüft.

Dieser und weitere Punkte, die es bei einem Ernstfall zu verbessern gilt, wurden bei einer abschließenden Besprechung mit den Kameraden und dem anwesenden stellvertretendem Kommandant der Feuerwehr Göppingen Toni Brandt aufgearbeitet. Schlussendlich zeigten sich alle Kameraden mit dem Gesamtablauf dieser Waldbrandübung zufrieden.
J. Kempf

Auf der Grundlage der Landesfeuerwehrlöschverordnung vom 24.11.1885 wurde im Jahre 1888 die Feuerwehr Bartenbach als Pflichtfeuerwehr gegründet. Wie ein überliefertes Rapportbuch belegt, bestand die damalige Mannschaftsstärke aus 88 Mann und war im alten Backhaus untergebracht. Die Ausrüstung umfasste damals neben ledernen Feuerlöscheimern und Wasserschöpfern auch eine Fahrspritze aus dem Jahre 1873. Im Jahre 1911 erwarb die Gemeinde ein Grundstück in der Brunnenstraße um dort ein Spritzenmagazin zu erstellen. Im Jahre 1913 wurde die Pflichtfeuerwehr durch einen Erlass einer neuen Lokalfeuerlöschverordnung abgeschafft und die Freiwillige Feuerwehr Bartenbach gegründet.
1956 wurde mit der Eingemeindung nach Göppingen für die Bartenbacher Feuerwehr ein LF15 beschafft, welches auch nach der Ablösung noch lange der Jugendfeuerwehr Göppingen als „Jugendblitz“ diente. Die Freiwillige Feuerwehr Bartenbach ist seit 1957 der Feuerwehr Göppingen als „Löschzug 6 Bartenbach“ angegliedert. Da das mittlerweile in die Jahre gekommene, unbeheizte Gebäude nicht mehr den baulichen Ansprüchen gerecht wurde und zudem enormer Platzmangel herrschte, wurde in den Jahren 1999 – 2000 das alte Gebäude abgerissen. Mit rund 2.800 ehrenamtlichen Arbeitsstunden durch die Kameraden des Bartenbacher Löschzuges entstand bald darauf das neue Feuerwehrgerätehaus, welches neben Bezirksamt und Bauhof in einem Mehrzweckgebäude untergebracht ist. Somit konnten die damaligen Einsatzfahrzeuge, ein LF16 (Baujahr 1981) und ein Mannschaftstransportwagen, ein ehemaliger VW-Bus der Polizei, entsprechend untergebracht werden

Das 125-jährige Jubiläum des Löschzuges Bartenbach wurde 2013 mit einem großen Festakt während des Brunnenstraßenfestes begangen. Seitdem wurde auch die feuerwehrtechnische Ausrüstung auf den neuesten Stand gebracht. Ein neuer Mannschaftstransportwagen, sowie ein LF20 KatS der Firma Rosenbauer wurde von den Kameraden des Bartenbacher Löschzuges konzipiert, sowie vom Rohbau bis zur endgültigen Abnahme begleitet. Mit Stolz können wir behaupten, aktuell eines der modernsten Einsatzfahrzeuge des Landkreises zur Verfügung gestellt bekommen zu haben um jegliche Gefahren für die Bevölkerung in unserem Stadtbezirk professionell abwenden zu können.

Der Löschzuge Bartenbach besteht im Moment aus 28 Kameraden, davon 2 Feuerwehrfrauen und ist mit dieser Mannschaftsstärke für die größte Markung in Göppingen, der Krettenhöfe und Lerchenberg verantwortlich. Hinzu kommen noch viele landwirtschaftliche Anwesen, ein Altersheim, das Wohngebiet „Engenlauch“, sowie viel Waldfläche. Darüber hinaus werden Veranstaltungs-Wachdienste (Stadthalle GP / EWS Arena), Sonderveranstaltungen in lokalen Kindergärten zum Thema vorbeugenden Brandschutz, richtiges Verhalten im Haushalt und Fettexplosion abgeleistet. Die Hauptversammlung der Gesamtwehr der Freiwilligen Feuerwehr Göppingen wird in Bartenbach abgehalten und durch den Bartenbacher Löschzug betreut und bewirtschaftet.Neben der ca. 30 Übungsabende durch das Jahr, engagieren sich die Kameraden des Löschzug Bartenbach, unter der Leitung von Zugführer Werner Bidlingmaier und seinem Stellvertreter Jörg Kempf, als auch massiv unterstützt durch Ehefrauen und Freundinnen, beim Brunnenstraßenfest, der Kreisputzete, sowie beim Stellen des Narrenbaumes für die Meerbachhexen und bringen sich somit in das gesellschaftliche Leben im Stadtbezirk Bartenbach aktiv ein. Zusammen mit anderen lokalen Vereinen richtet der Löschzug Bartenbach auch das Bartenbach Kinderfest des Stadtbezirks aus.