Nachhaltiges Handeln

Rücknahmesystems für gebrauchte Küvetten & Reagenzien

Presseartikel

Auf dieser Seite finden Sie aktuelle Presseartikel über die Arbeit der Stadtentwässerung Göppingen.

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Modell für das ganze Land


Die SEG-Betriebsleiter Rudolf Hollnaicher und Jochen Gugel, Baubürgermeister Helmut Renftle, Ministerialdirektor Helmfried Meinel, Oberbürgermeister Guido Till und Dr.-Ing. Werner Maier (v. l.n.r.) beim Banddurchschnitt.

"Jeder Hausbesitzer ist verpflichtet, unter seinem Abtritt einen wasserdichten Behälter (Grube oder Tonne) anzubringen und solchen stets in gutem Stand zu halten.“ Mit einem kurzen Auszug aus der „Ordnung für Abtritte und Dunggruben“ von 1902 begrüßte Oberbürgermeister Guido Till zur Einweihung der Pilotanlage zum Phosphor-Recycling am Klärwerk Göppingen. In den letzten Jahrzehnten ist die Abwasserreinigung immer komplexer und erfolgreicher geworden. Zwar lassen sich Entwässerungskanäle bereits aus der Zeit um 3.000 vor Christi Geburt im Euphrattal nachweisen; und in der Kölner Altstadt, blickte OB Till auf seinen Studienort zurück, ist der Rest einer unterirdischen römischen Abwasserkanalisation noch heute begehbar. Im Mittelalter jedoch ging das Wissen um die hygienische Bedeutung einer geordneten Abwasserentsorgung verloren; viele Cholera-Epidemien waren die Folge. Erst mit der Industrialisierung wurde in den stark gewachsenen Städten eine geordnete Abwasserentsorgung installiert.

In den 25 Jahren zwischen 1875 und 1900 vergrößerte sich Göppingen von 10.000 auf fast 20.000 Einwohner. 1892 wurde daher mit dem Bau einer Kanalisation begonnen; das Abwasser wurde zunächst einfach in die Fils eingeleitet. Erst 1939 wurde eine Anlage zur mechanischen Reinigung des Abwassers erstellt, ein sogenannter Emscherbrunnen. In den 1950er Jahren wurde das Klärwerk durch den Einbau einer Rechenanlage, Sandfang und Vorklärbecken verbessert. Zu jener Zeit wurden auch die Außenbezirke an die Kanalisation angeschlossen. 1963 wurde dem Klärwerk eine biologische Reinigungsstufe angefügt und damit die Reinigungsleistung stark verbessert. Doch die Ansprüche an den Umwelt- und hier speziell den Gewässerschutz wurden immer höher, die Göppinger Anlage immer komplexer. Von 1993 bis 1997 wurde das Klärwerk für fast 100 Millionen D-Mark modernisiert und auf den neuesten technischen Stand gebracht.

„Ich bekenne mich ausdrücklich zu diesen Bemühungen, unser Wasser und unsere Umwelt noch stärker zu schützen“, zeigte Oberbürgermeister Guido Till Verständnis für die zunehmenden Anforderungen des Umwelt- und Gewässerschutzes. „Auch in Zeiten, in denen jeder von Klimaschutz spricht, darf nicht vergessen werden, dass unser Wasser ein ebenso bedeutsames und schützenswertes Element ist.“ Letztendlich lande alles, was in die Fils eingeleitet werde, in der Nordsee und dem Atlantik. Noch einen weiteren Umweltaspekt der eingeweihten Anlage sprach das Stadtoberhaupt an: „Rund 40 Prozent des Phosphorbedarfs in Baden-Württemberg könnten durch die Klärwerke im Lande gedeckt werden. Mit unserem Projekt entlasten wir jene Länder, in denen Phosphat abgebaut wird und mindern etwas die bislang 90prozentige Abhängigkeit Europas von den Importen aus diesen Ländern.“

Ministerialdirektor Helmfried Meinel vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg unterstrich die Bedeutung des nicht künstlich herstellbaren Phosphors für die Landwirtschaft. Früher wurde Klärschlamm aufgrund des enthaltenen Phosphors und Ammoniaks auf die Felder ausgebracht; dies ist in Baden-Württemberg aufgrund vielfältiger anderer Schadstoffe nicht mehr gestattet. Denn die Schadstoffe, die mit hohem Aufwand dem Wasser entzogen werden, sollen nicht über den Klärschlamm auf die Felder gebracht werden. „Mit dem Klärschlamm aus unseren Anlagen könnten wir sogar bis zu 50 Prozent unseres Bedarfs decken“, führte Meinel aus. Der Ministerialdirektor dankte der Stadt für ihr Voranschreiten – die Göppinger Erfahrungen sollen in weitere, noch zu bauende Phosphor-Recycling-Anlagen einfließen. Die Stadtentwässerung Göppingen (SEG) erhält deshalb auch 1.385.650 Euro aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und 831.390 Euro vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg.

Technischer Betriebsleiter Jochen Gugel berichtete von der ersten Vorstudie 2013 über die 2016 eingereichte Projektskizze bis zur Detailplanung und Umsetzung in einem bereits bestehenden Gebäude des Klärwerks – dort wurde die frühere Trocknungsanlage rückgebaut. Dr.-Ing. Werner Maier, Geschäftsführer der iat-Ingenieurberatung GmbH in Stuttgart, erläuterte zunächst die chemischen Vorgänge beim Phosphor-Recycling, ehe die Einweihungsgäste den praktischen Ablauf in den SEG-Räumen begutachten konnten. 

Training zur Rettung von Personen aus abwassertechnischen Anlagen

Um das Gefährdungspotenzial bei Arbeiten in abwassertechnischen Anlagen für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter so gering wie möglich zu halten, erfolgt jährlich eine realitätsnahe Schulung mit praxisnahen Übungen. Das Personal, dass Arbeiten  in abwassertechnischen Anlagen durchführt muss stets ausreichend qualifiziert sein. Die Stadtentwässerung Göppingen qualifiziert mit Ihrem umfangreichen Schulungsprogramm die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Kanal-Nachbarschaftstag im Klärwerk Göppingen

Die Stadtentwässerung Göppingen (SEG) hat kürzlich zum jährlichen Kanal-Nachbarschaftstreffen für den Landkreis Göppingen eingeladen. Kanäle und Regenüberlaufbecken (RÜB) stellen einen wesentlichen Teil des Anlagevermögens einer Kommune dar. Diese Werte zu erhalten und zu verwalten gelingt nur mit qualifiziertem und geschultem Betriebspersonal. Die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V. (DWA), bietet seit 1991 das Fortbildungsinstrument „Kanal-Nachbarschaften“ an. In Baden-Württemberg wirken zurzeit 32 ehrenamtliche „Lehrer“ als Referenten und Betreuer dieser Veranstaltung mit. Für den Landkreis Göppingen fand der Kanal-Nachbarschaftstag kürzlich im Göppinger Klärwerk statt. Der Austausch an diesem Nachbarschaftstag war sehr vielseitig. Spezifische Themen zum Wasserrecht, zu Arbeiten in explosionsgefährdeten Bereichen, zur Rattenbekämpfung und Betonsanierung von Regenüberlaufbecken waren Inhalt der Weiterbildung. Ebenso war ein großer Austausch zu Bebauungsplänen, insbesondere mit Blick auf die Beteiligung der Entwässerungsbetriebe, die Wartung von RÜB und die Sanierung von Kanalschächten zu verzeichnen. Der Technische Betriebsleiter der SEG und langjährige Lehrer der Nachbarschaft Göppingen, Jochen Gugel, übergab nach 22 Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit den Stab an Georg Gänzle.

EU und Land fördern Versuchsanlage im Klärwerk

Freuen sich über die hohe Fördersumme: Baubürgermeister Helmut Renftle, Technischer Betriebsleiter Jochen Gugel, Oberbürgermeister Guido Till und Kaufmännischer Betriebsleiter Rudolf Hollnaicher (von links).  Foto: Hinrichsen

Insgesamt 2,2 Millionen Euro Fördermittel erhält der Eigenbetrieb Stadtentwässerung (SEG) zum Aufbau einer Versuchsanlage zur Rückgewinnung von Phosphor aus Klärschlamm. Oberbürgermeister Guido Till sieht in diesem Projekt einen wichtigen Beitrag zum verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen. Rund 40 Prozent des Phosphorbedarfs in Baden-Württemberg könnten durch die Klärwerke im Lande gedeckt werden, erklärt Betriebsleiter Jochen Gugel.

Ende 2016 hatte die SEG den Förderantrag für eine Phosphor-Rückgewinnungsanlage im Klärwerk Göppingen gestellt; kürzlich ist der Förderbescheid eingegangen. Die SEG erhält demnach 1.385.650 Euro aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und 831.390 Euro vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg. „Phosphor ist lebenswichtig, daher fördert die Landesregierung innovative Vorhaben, die diese wertvolle Ressource aus den anfallenden Klärresten zurückgewinnen können. Die erste Versuchsanlage im Land auf der Kläranlage in Göppingen haben wir daher gerne mit insgesamt 2,2 Millionen Euro unterstützt, davon 1,4 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und weiteren 800.000 Euro aus Landesmitteln. Damit leistet Göppingen einen wichtigen Beitrag zur Phosphor-Rückgewinnungsstrategie Baden-Württemberg“, lobt Umweltminister Franz Untersteller das Engagement des Eigenbetriebs.

Phosphor ist essentiell für alles Leben. Ohne die Düngung mit diesem Nährstoff gäbe es keine ausreichende landwirtschaftliche Produktion. Dabei ist der Rohstoff in der Landwirtschaft so begehrt wie er auch bezüglich seines natürlichen Vorkommens umstritten ist. In der Natur kommt Phosphor ausschließlich in gebundener Form vor, meist in Form der Phosphate in der Erdkruste. Vier Länder besitzen rund 80 Prozent aller Vorkommen: Marokko und die Westsahara, China, Südafrika und Jordanien. Und derzeit teilen sich fünf Länder, China, USA, Marokko, Russland und Tunesien, rund drei Viertel der Förderung von Phosphatgestein. Politische Unsicherheiten in diesen Ländern und auch die weiter wachsende Weltbevölkerung können zu Engpässen und Preissteigerungen bei Rohphosphaten führen. Europa ist jedoch zu 90 Prozent abhängig von den Importen aus diesen Ländern. Die baden-württembergische Landesregierung verfolgt daher die sogenannte Phosphorstrategie: Der Wachstumsbeschleuniger soll in heimischen Gefilden gefördert werden, dort, wo die größten Vorkommen sind – in den Kläranlagen, und das ökologisch und wirtschaftlich verträglich.

Auch die Bundesregierung wird den Umgang mit Klärschlamm neu regeln. Demnach soll die bodenbezogene Verwertung der Klärschlämme in der Landwirtschaft reduziert werden und stattdessen aus den Klärschlämmen Phosphor gewonnen werden. In diesem Zusammenhang soll die Verwertung von Klärschlämmen durch Änderung der Klärschlammverordnung (AbfKlärV) neu ausgerichtet werden. Zukünftig, nach einer Übergangsfrist  zum 1. Januar 2025, dürfen Klärschlämme aus größeren Kläranlagen nur dann noch einer Mitverbrennung zugeführt werden, wenn der Phosphorgehalt unter 20 Gramm Phosphor pro Kilogramm liegt, das sind zwei Prozent. Da der Phosphorgehalt von Klärschlämmen in der Regel bei mindestens zweieinhalb Prozent liegt, ist eine Mitverbrennung nur nach vorheriger Phosphor-Entfrachtung möglich. Der Göppinger Klärschlamm wird derzeit über Mitverbrennung entsorgt. Um zum einen die Entsorgungssicherheit zu wahren und zum anderen einen Beitrag zum schonenden Umgang mit endlichen Rohstoffen zu leisten, hat sich die SEG diesem wichtigen Zukunftsprojekt gestellt. Die Rückgewinnung von Phosphor ist aufwendig und läuft im günstigsten Fall irgendwann auf ein finanzielles Nullsummenspiel hinaus. Der im Klärschlamm enthaltene Phosphor soll durch eine Kombination von thermischer Desintegration mit dem Airprex-Verfahren in Form von Magnesium-Ammonium-Phosphat (MAP), einem besonders schadstoffarmen Recyclingdünger für die Landwirtschaft, zurückgewonnen werden. Im Sommer 2019 soll die Göppinger Anlage in Betrieb gehen.

Neu ist die Beziehung zwischen Klärwerk und Landwirtschaft nicht. Der Phosphorgehalt des Klärschlammes ist auch der Grund dafür, weshalb dieser in früheren Zeiten direkt auf die Felder ausgebracht wurde. Infolge der zunehmend enthaltenen Schadstoffe nahm man davon jedoch im Laufe der Jahre Abstand. Nicht jede Verunreinigung ist sichtbar, manche Stoffe werden auf erschreckende Weise anders sichtbar. Die Verweiblichung ganzer Tierarten, die im Wasser leben, lässt immer wieder aufhorchen, verursacht durch Hormone im Wasser, die beispielsweise über Pillenreststoffe ins Flusswasser gelangen. Die Zunahme endokriner, das Hormonsystem ändernder Stoffe und Hormone bereitet zunehmend Sorge. Der Pro-Kopf-Verbrauch an Medikamenten nehme rasant zu, sagt SEG-Betriebsleiter Jochen Gugel, nicht zuletzt aufgrund der älter werdenden Gesellschaft. Doch auch diese Stoffe sollen mittelfristig aus dem Abwasser mittels neuer Techniken herausgefiltert werden. Derzeit wird für die Göppinger Anlage eine Machbarkeitsstudie erstellt, man befindet sich in der Vorplanungsphase. So viel ist allerdings schon klar: Mit einer möglichen Erweiterung werden hohe Investitionen in einer Größenordnung von rund zehn Millionen Euro verbunden sein – Geld, das laut Oberbürgermeister Guido Till in den Umweltschutz und letztendlich in die Gesundheit der Menschen investiert wird. Die Realisierung ist in den nächsten zehn Jahren vorgesehen.

Stadtentwässerung Göppingen erneut rezertiviziert

Die Stadtentwässerung Göppingen SEG bürgt auch in Zukunft für Qualität- und Umweltschutz. Bereits seit 2001 als einer der ersten Entwässerungsbetriebe darf die SEG das Zertifikat für ihr Qualitäts–und Umweltmanagement führen. 
Ein Zertifikat gilt, ähnlich wie bei einer TÜV-Prüfung nur für eine bestimmte Zeit. Ende November 2017 war es wieder soweit. 
Neben den jährlich durchgeführten Systemunterstützungs-Audits muss nach jeweils drei Jahren eine Rezertifizierungsprüfung erfolgen.
Die Auditoren der DQS, der Deutschen Gesellschaft zur Zertifizierung von Managementsystemen mit Sitz in Frankfurt/M. nahmen zwei Tage lang die SEG unter die Lupe. 
Besonders anspruchsvoll war dieses Mal für die SEG, innerhalb eines Jahres das gesamte QUM System auf die umfangreich geänderten QUM –Normen anzupassen.
Neben der Umsetzung von Forderungen der DIN EN Normen  9001 und 14001 wurden bei dem Audit auch die Anstrengungen des Eigenbetriebes für einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess und die Umweltleistung überprüft.  
Die Erfüllung der Normvorgaben des Qualitäts- und Umweltmanagements bedeutet, dass alle umweltrelevanten gesetzlichen Forderungen und Einflüsse berücksichtigt werden, es wird dadurch sichergestellt, das die Organisation planmäßig und regelmäßig alle Prozesse begutachtet und zu verbessern versucht.  
Besonders lobten die Auditoren die Erfolge der SEG bei den Themen Energie und beim Einsatz neuer Technologien. So soll das Klärwerk bis zum Jahr 2020 elektrisch autark sein. In den kommenden Jahren wird im Klärwerk Göppingen eine Anlage zur Rückgewinnung von Phosphor aus Klärschlamm erstellt, weiterhin wurden erste Planungen zum Bau eines  Aktivkohlefilters zur Spurenstoffentnahme bereits getätigt.
Die SEG-Mitarbeiter durften sich erneut über ein gutes Ergebnis freuen und das neue Zertifikat, das bis 2020 gilt in Empfang nehmen.

TypNameDatumGröße
pdf Technische Erneuerung an Regenüberlaufbecken.pdf 14.02.2013 85 KB
pdf Projekt Kanal Bahnhofstraße GEPPO.pdf 20.08.2012 211 KB
pdf Prozessbenchmark zur Verbesserung des Umweltschutzes IV-2012.docx.pdf 25.03.2014 209 KB
pdf Eröffnung des Hammerparks mit Offenlegung des Silcherbächles IV-2013.docx.pdf 25.03.2014 1 MB
pdf Stadt investiert in Abwasserbehandlung- Anschaffung Kanalspülwagen I-2014.docx.pdf 25.03.2014 236 KB

  

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