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Vorschau
28.07.2026 - 08.11.2026
Eröffnung: 27.07.2026, 19 Uhr
Schon immer haben sich im Umgang mit dem Tod und den Toten Gesellschaften offenbart. In der Bestattungskultur spiegeln sich Kontinuität und Wandel. Entwicklungen religiöser, politischer, sozialer oder auch wirtschaftlicher Art werden sichtbar. Dadurch erfährt man beim Blick auf die Toten vor allem etwas über die Lebenden und ihre Zeit – von eisenzeitlichen Grabhügeln, frühmittelalterlichen Reihengräberfeldern über Kirch- und Friedhöfe bis hin zu Urnenwänden und Friedwäldern unserer Zeit.
Während die Verstorbenen in der Ur- und Frühgeschichte, wie auch der Antike, außerhalb der Siedlungen ihre letzte Ruhe fanden, rückten sie mit der Christianisierung seit dem Mittelalter mitten unter die Lebenden: Um und in den Kirchen in Stadt und Dorf entstanden Räume für die Toten. Bis heute werden zahlreiche dieser alten Kirch- oder Friedhöfe belegt. In Göppingen war es die Oberhofenkirche und ihr Umfeld, die über Jahrhunderte hinweg der zentrale Bestattungsplatz der Göppingerinnen und Göppinger war.
Reformation, Aufklärung, Romantik, aber auch die Industrialisierung oder jüngst Migration wirkten und wirken auf die Bestattungsriten und die Gedächtniskultur ein und bestimmen unser heutiges Verständnis vom Tod und den Toten. Mit dem massiven Bevölkerungswachstum der Stadt in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde nicht nur ein neuer Friedhof an der Hohenstaufenstraße angelegt, sondern es wurden auch ganz neue, moderne Formen des Begräbnisses etabliert. So zählte Göppingen unter die wenigen Städte, die bereits vor dem Ersten Weltkrieg die Möglichkeit der Feuerbestattung anbieten konnten und über ein Krematorium verfügten.
Lange blieb die Sepulkralkultur religiös verortet. Glaubensvorstellungen und Dogmen bestimmten Sterben, Beerdigung und Totengedenken. Die mittelalterliche Kirche war dabei genauso prägend, wie später die protestantische württembergische Landeskirche. Mit der Ansiedlung einer jüdischen Gemeinde zunächst in Jebenhausen und dann in Göppingen kamen weitere religiöse Riten und kulturelle Ausformungen um die Toten hier an, wie später durch den Zuzug von Migrantinnen und Migranten mit ihren jeweiligen Religionen. So existiert beispielsweise seit 2008 ein Gräberfeld für muslimische Bestattungen auf dem Göppinger Hauptfriedhof.
Die Ausstellung möchte ein breites Panorama zu Tod, Bestattung, Friedhofs- und Erinnerungskultur aufspannen. Vielfältige Objekte aus der stadtgeschichtlichen Sammlung, wie auch Bild- und Schriftquellen aus dem Stadtarchiv eröffnen vielschichtige und verschiedene Perspektiven auf das Thema, das weit mehr als tote Materie ist.
Begleitprogramm:
VORTRAG
von Dr. Dominik Gerd Sieber, Göppingen
Schwierige Tote – Zum Umgang mit Selbstmördern, Fremden und Außenseitern im vormodernen Göppingen
16.09.2026, 19 Uhr
Eintritt frei
VORTRAG
von Dr. Dominik Gerd Sieber, Göppingen
Von Totenschilden, Grabsteinen und Epitaphien – Was Grabmonumente erzählen
30.09.2026, 19 Uhr
Eintritt frei
VORTRAG
von Dr. Dominik Gerd Sieber, Göppingen
Asche zu Asche – Geschichte der Feuerbestattung in Göppingen
07.10.2026, 19 Uhr
Eintritt frei
PODIUMSGESPRÄCH
Trauerkultur und Friedhof der Zukunft – Im Dialog mit Günter Czasny
29.10.2026, 19 Uhr
Eintritt frei
FRIEDHOFSFÜHRUNGEN
Jüdischer Friedhof Jebenhausen
23.09.2026, 17 Uhr
(Maria Skaroupka-Liesche)
Oberhofenfriedhof Göppingen
04.10.2026, 11 Uhr
(Margit Haas)
Hauptfriedhof Göppingen
24.10.2026, 14.30 Uhr
(Margit Haas)
Kostenlos, Anmeldung nicht erforderlich
AUSSTELLUNGSFÜHRUNGEN
02.08.2026, 11 Uhr
16.09.2026, 15 Uhr
22.10.2026, 15 Uhr
04.11.2026, 15 Uhr
Museumseintritt, Anmeldung nicht erforderlich
Termine für Gruppen auf Anfrage




