Veranstaltungen
Vortrag: Ein Hauch von Weltpolitik in der Stadt - Kaiser, Königinnen und gekrönte Häupter zu Gast in Göppingen
07.05.2026, 19 Uhr
Museum im Storchen
Referent: Dr. Dominik Gerd Sieber
Obwohl Göppingen nie Pfalzort oder Reichsstadt war, durfte es verhältnismäßig häufig gekrönte Häupter innerhalb seiner Mauern begrüßen.
Während das mittelalterliche Herrschergeschlecht der Staufer, das seinen Stammsitz hoch über Göppingen auf dem Hohenstaufen hatte, eng mit der Stadtgeschichte verbunden ist, gerieten andere Monarchen, die Göppingen in großer Zahl über die Jahrhunderte beehrten, in den Hintergrund.
Neben der vormodernen mobilen Herrschaftspraxis aus dem Sattel heraus, war es speziell die verkehrsgünstige Lage, die prominente Kaiser, Königinnen und andere hochrangige Herrscherpersönlichkeiten durch Göppingen und das Filstal führten. Ihre – wenn auch meist nur kurze – Anwesenheit brachte einen Hauch von Weltpolitik in die Stadt.
Vortrag: 1946 - Ein Jahr der Herausforderungen im Landkreis Göppingen
12.05.2026, 19 Uhr
Museum im Storchen
Referent: Dr. Stefan Lang
Wenige Jahre in der Geschichte des Landkreises Göppingen waren so ereignisreich und herausfordernd wie 1946. In diesem Jahr kamen in großen Transportzügen zehntausende „Flüchtlinge“ und Heimatvertriebene aus ehemals deutschen Ostgebieten in Göppingen an und mussten auf die Kreisgemeinden umverteilt werden, was für die Orte jeweils einen Bevölkerungszuwachs von 20 bis 30 Prozent bedeutete.
Niemals zuvor und danach war die Kreisbevölkerung innerhalb eines Jahres so schnell angestiegen. Dies bedeutete immense Herausforderungen für die lokalen Verwaltungen, die unter strenger Kontrolle der amerikanischen Militärbehörden standen. Es mangelte vor allem an Wohnraum, Kleidung und Lebensmitteln. Der Schwarzmarkt blühte, „Hamsterfahrten“, Tauschgeschäfte und „Organisieren“ standen auf der Tagesordnung.
Zeitgleich hatte die Auseinandersetzung mit der jüngsten Vergangenheit begonnen, unter anderem mit der „Entnazifizierung“ durch die Spruchkammerverfahren oder die „Nürnberger Prozesse“. Und trotz aller Schwierigkeiten begannen viele Menschen nach zwölf Jahren NS-Diktatur die neue Freiheit wertzuschätzen und neue Einflüsse aufzunehmen.